
Seit Dezember mache ich jetzt eine Hormonersatztherapie (HET).
Ich habe mich hauptsächlich aus 2 Gründen dafür entschieden.
1. Schlaf
Seit einigen Jahren haben sich verschiedene Dinge in meinem Körper verändert. Hitzewallungen (lästig, aber in meinem Fall vergleichsweise harmlos), Blasenschwäche (lästig, aber noch nicht drastisch), Wassereinlagerungen (lästig, aber nur an heißen Tagen wirklich störend), Gewichtszunahme (lästig, aber ich komme klar), Stimmungsschwankungen (lästig, aber mein Kinder und meine Frau kommen klar 😜), psychische Instabilität (komme ich nachher noch dazu). Alles nicht so toll, aber auch nicht sooo dramatisch. Ich habe immer wieder einige pflanzliche Mittel versucht und die haben auch ganz gut geholfen.
ABER… seit Mitte letzten Jahres wurde dann mein Schlaf schlechter. Und zwar drastisch. Ich konnte nicht mehr, wie gewohnt, einschlafen, bin Nachts pünktlich um 3 Uhr aufgewacht, war dann wieder 1-2 Stunden wach und bin in der Früh völlig gerädert aufgewacht. Eine Weile ließ es sich irgendwie kompensieren (ich habe es erst auch hier erst mit pflanzlichen Produkten bzw. auch mit Magnesium versucht, was eine Weile ganz gut ging)… aber über Monate hinweg wurde es immer schlimmer. Ich war einfach nur noch fertig und der fehlende Schlaf hat obendrein alle anderen Probleme noch verstärkt.
Ich hatte das Gefühl, ich hätte alle die Wechseljahresbeschwerden vielleicht auch so ganz gut in den Griff bekommen. Aber die Schlaflosigkeit hat mich gekillt.
2. ADHS
Kurz gesagt: Mein Leben lang hatte ich es geschafft, meine ADHS Symptome ganz gut zu kompensieren. D.h. es ging mir damit eigentlich ganz gut. Doch umso stärker ich in die Perimenopause kam, desto weniger Kapazität hatte mein Gehirn offensichtlich, das weiterhin aufrecht zu erhalten. Symptome wurden stärker, ich wurde psychisch immer instabiler.
Das alles wie gesagt, kombiniert mit schlechtem Schlaf und einem weiterhin ganz normalen Alltag mit Job und Teenagern.
Im November letztes Jahres war ich am Tiefpunkt angelangt.
(Ranznotiz: Da entstanden auch die letzten Artikel von mir auf dieser Seite und dann war erst einmal für längere Zeit Schluss.)
Also beschloss ich, es einfach mal zu versuchen.
Hormone.
Die bösen, bösen, künstlichen Hormone.
Ich beschloss, nicht mehr weiter den (angeblich) natürlich Weg zu gehen. Nicht mehr dem „aber das haben Frauen schon immer durchgestanden“ zu folgen.
Ich gebe zu, ich bin nicht der Typ für „durchstehen“. Ich finde, wir Frauen habe in unserem Leben schon so viele andere Belastungen gemanaged. Wir bekommen Kinder, wir ziehen sie groß, wir arbeiten trotzdem, wir arbeiten durch, auch wenn wir unsere Periode haben und zwar jeden Monat… und dann ist irgendwann der Zeitpunkt da, wo der Körper sich vom gebährfähigen Alter verabschiedet und aus Dankbarkeit an uns selbst verurteilen wir uns dazu, das alles auch noch irgendwie durchzustehen?
Vielleicht wenn der Schlafmangel nicht gewesen wäre… und ich verurteile keine Frau, die sich auch den Rest nicht antun will.
Also hab ich es probiert.
Und was soll ich sagen… es hat mein Leben so krass verändert.
Innerhalb von zwei Wochen:
– konnte ich wieder DURCHSCHLAFEN!!!
– war ich psychisch wieder stabiler
– war ich wieder viel öfter fröhlich und positiv.
Innerhalb von ein paar Monaten:
– war meine Blasenschwäche so gut wie weg (hin und wieder überrascht mich manchmal ein böser Nieser, aber ich muss nachts überhaupt nicht mehr aufstehen)
– hatte ich keinerlei Hitzewallungen mehr
– habe ich viel weniger Probleme mit Wassereinlagerungen (ich fühle mich dadurch viel fitter und leichter)
– habe ich zwar immer noch das Gewicht von vor 6 Monaten, aber ich nehme nicht weiter zu.
Und ich habe KEINE Nebenwirkungen.
Nachdem es jetzt etwas mehr als 6 Monate sind und sich das alles stabil so hält, wollte ich Euch diesen kleinen, persönlichen Bericht mal hier lassen. Mir ist absolut klar, dass eine HET nicht für jede Frau die Lösung ist, aber vielleicht hilft es ja der ein oder anderen Frau, die hier gerade auch mit sich ringt, das einfach mal auszuprobieren.
Und noch etwas ist passiert – und zwar aufgrund dieses kompletten Prozesses, also der schlechten und guten Phasen darin.
Ich bin wieder mehr ich selbst und ich sehe wieder klarer meinen Weg. Aber nur weil ich jetzt vielleicht wieder belastbarer geworden bin, bin ich längst nicht mehr bereit, alles zu tragen.
Diese Zeit ist vorbei. Ich bin aufgebrochen in einen neuen Lebensabschnitt. Das heißt Abschied von alten Konzepten, aber vorallem heißt es: zurück zu mir selbst.
Wenn Du spürst, dass es auch bei Dir Zeit für einen Aufbruch ist, dann lass uns sprechen.
Alles Liebe
Christina

