90 Prozent der Coaches, die ich kenne, haben ein Problem gemeinsam:

Zu wenig Umsatz.

Viele schlussfolgern daraus, dass sie mehr Klienten brauchen. Was aus unserer Sicht aber nur die halbe Wahrheit ist.

In den nächsten 5 Minuten beleuchten wir daher die Rolle, die ein eigenes Buch im Akquise-Prozess spielen kann. Ein Buch bringt dir als Coach nämlich nicht automatisch etwas – wohl aber, wenn du mit der richtigen Strategie dran gehst!

Lass uns mit etwas einfachem einsteigen:

Warum solltest du als Coach überhaupt ein Buch schreiben?

Du hast als Coach viele Geschichten

Die meisten Coaches lieben ihren Beruf, weil ihnen ihre Klienten persönliche Geschichten erzählen. Neugier ist da oft ein großer Antrieb.

Was du in deinem Job alles erlebst, ist großartiger Stoff für deinen Blog – und für dein Buch! Es geht jetzt nicht darum, eine Anekdotensammlung zu veröffentlichen, sondern das, was du vermitteln willst, lebendig zu gestalten.

Geschichten aus deiner Coaching-Praxis wecken Interesse beim Leser, sie machen aus trockenen Ausführungen lebendige Erzählungen. DU kannst sie als Beispiele oder als Inspiration für deine Inhalte nehmen. Nicht zuletzt wirken sie authentisch und machen dich als Coach glaubwürdig.

Diese Geschichten kannst du natürlich nicht einfach so veröffentlichen, aber du kannst Klienten einfach fragen (meiner Erfahrung nach freuen sich die oft, wenn etwas aus diesem Teil ihres Lebens entsteht) und auf Wunsch natürlich Geschichten verfremden, mischen und anonymisieren.

Wenn du so vorgehst, machst du nicht nur deine Klienten glücklich, sondern gibst Einblick in deine Arbeit. Was uns zum nächsten Vorteil führt.

Ein Buch transportiert deine Expertise

Gerade wenn du deinen Blog führst, um dein Fachwissen nicht nur zu vermitteln, sondern auch, um deinen Expertenstatus zu kommunizieren, ist ein Buch äußerst hilfreich.

Mit einem (wohlgemerkt: guten!) Buch kannst du der Welt zeigen:

Ich bin als Coach professionell genug, um mit meinem Wissen und meinem Know-how ein Buch zu füllen!

Mit dieser Botschaft steigt automatisch deine Glaubwürdigkeit und dein Ansehen. Wozu das weiter führt, ist eine Milchmädchenrechnung: Je glaubwürdiger du bist, umso mehr wirst du empfohlen, umso bekannter wirst du, umso mehr Kunden und mehr Aufträge bekommst du!

Nun ist aber kein Buchschreibmeister vom Himmel gefallen.

Manche denken aber, sie seien ein solche Meister; sie flickwerken ein paar Worte zusammen, verschieben dilettantisch ein paar Pixel, nennen das großspurig Cover und nennen sich danach Autor.

Der Nimbus des angesehenen Autors verfliegt dann aber spätestens beim Blick ins Buch.

Deshalb ist es wichtig:

Wie aber kriegen die Leute mit, dass du ein gutes Buch geschrieben hast?

Zu Risiken und Nebenwirkungen fragen Sie Ihren Verleger

Eine große Breitenwirkung erzielst du, wenn du einen Verlag findest, der dein Buch herausgibt. Der kümmert sich dann auch um die Werbung und darum, dass dein Buch in den Buchhandlungen erhältlich ist.

Leider ist das auch keine Garantie dafür, dass das Buch auch ein Erfolg wird. Im Gegenteil: Die meisten Bücher werden nach einem halben Jahr wieder aus dem Programm genommen.

Du kannst also an Geld und Bekanntheit kommen, wenn du einen Verleger findest, kannst damit aber auch ziemlich abstürzen. Deshalb möchten wir dir eine Alternative zu diesem klassischen Weg vorstellen.

Die Segen des Internets: Selbermachen

Das Zauberwort heißt Self Publishing. Dabei spielst du selbst Verleger und nimmst von der Gestaltung bis zur Promotion deines Buches alles selbst in die Hand.

Mit einer guten Marketingstrategie kommst du deinem Ziel, bekannter zu werden, sicherlich näher.

Zudem kannst du natürlich auch mit selbstverlegten Büchern Geld verdienen.

Entscheide dich aber vorher, welche Strategie du mit deinem Buch verfolgen willst.

Piggy bank on top of books with chalkboard

Modell 1: Reichweite dank Buch

Wenn du viele Leser und damit eine große Reichweite haben willst, ist es wichtig, die Hürde – die Verfügbarkeit, der Preis und die Plattform –, das Buch zu kaufen, möglichst niedrig zu halten.

Dein potentielles Publikum ist kein Turnierpferd, das große Hürden meistert, sondern eher ein Flußpferd: Sympathisch, aber eher weniger geneigt, hohe Hürden zu meistern 😉

Gerade als Coach ist es wichtig, dass deine Kunden dir vertrauen. Verkaufst du dein Buch auf Amazon und nicht über deinen Blog, hast du keine Gelegenheit, das Vertrauen aufzubauen. Deshalb muss die Preishürde entsprechend niedrig sein.

Das Nachteil ist: Bis du von diesen so vermarkteten Büchern leben kannst, dauert es eine Weile. Deshalb ist es wichtig, dass du die so zusätzlich generierte Reichweite nutzt.

Die Psychologie lehrt uns, dass Menschen mit höherer Wahrscheinlichkeit ein Produkt von dir kaufen, wenn sie bereits eins von dir gekauft haben. Dann kann das zweite, dritte Produkt auch etwas teurer sein.

Wie ein Blog dient das Buch in diesem Modell dazu, Vertrauen zu gewinnen.

Reichweiteprodukt – Wie geht das?

Als Coach ist dir der Ansatz bekannt: Dein Buch setzt bei einem konkreten, definierten Problem deines Kunden an und bietet eine überzeugende Lösung.

Das Reichweiteprodukt darf dabei auch weniger umfangreich sein als das Umsatzprodukt. Diese Überlegung fußt auch auf einer Erkenntnis aus der Psychologie. Man hat nämlich herausgefunden, dass Menschen in ein Produkt, für das sie wenig Geld ausgegeben haben, auch weniger Zeit investieren als in ein teures Produkt.

Geringer Umfang ist aber kein Nachteil: Kompakte, pointierte Lösungen für komplexe Probleme kommen gut an!

Als Verkaufsplattform bietet sich Amazon an (zumindest als Self Publisher), wo du dein Buch über KDP als eBook und über CreateSpace als gedrucktes Werk veröffentlichen kannst.

Wichtiger Hinweis: Weil du auf diese Weise in der Regel nicht dirket genug Geld zum Leben verdienst, empfiehlt Ehrenfried Conta Gromberg von Smart Business Concepts ausdrücklich, als erstes Produkt eins zu platzieren, das für Umsatz sorgt! Um die Reichwiete kannst du dich danach kümmern.

Doch aufgemerkt: Auch Bücher können Umsatz generieren!

Depositing money in a piggy bank on top of books

Modell 2: Buch für Umsatz

Du kannst mehr Geld für dein Buch als für die gängigen Druckwerke oder eBooks verlangen, wenn du es als mehr als nur ein Buch konzipierst. Biete umfangreiche Lösungen für konkrete, aber klar definierte Probleme – also quasi ein Coaching als Buch (und Multimedia-Inhalte).

Kommuniziere die Problemlösung offen und direkt, dann wirst du auch Käufer finden.

Mache klar, dass es sich bei deinem Buch um mehr als nur ein elektronisches Buch handelt. Dein Buch ist eine Lösung! Biete zusätzliches Videomaterial (wenn du die Tücken der Technik überwindest, schaffst du mit Videos von dir wahnsinnig großes Vertrauen!), praktische Übungen, Podcasts etc. an.

Dann kannst du auch locker mehr als 40 Euro für dein (Mehr-als-nur-ein-)Buch verlangen!

Fazit: Ein Buch macht Sinn – wenn du es clever angehst!

Halten wir fest:

Es ist nicht smart, wild drauf loszuschreiben, ohne sich vorher einen Plan zu machen. Wir haben zwei grobe Strategien besprochen, die du nutzen kannst, um mit deinem Buch entweder eine Reichweite zu bekommen, mit der du dann Klienten bekommen und/oder Bücher verkaufen kannst, die mehr Umsatz bringen.

Dabei ist dir das Bücher schreiben als Coach schon etwas in die Wiege gelegt. Finden wir.

Worauf wartest du noch?

Lass dich anstiften!

Nils und Marek

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Die Autoren

Nils ist Mutmacher, Marketingprofi und Autor. Marek textet als Journalist und testet als Lektor; zusammen stiften sie gerne andere Menschen zum Bücherschreiben an.

Auf www.anstiftungzumwort.de gibt’s daher einen Blog mit Starthilfe und Infosupport für alle Schreibwütigen in spe. Und einen kompletten Schritt-für-Schritt Online-Kurs mit Schreiblektionen, Kreativitätsübungen und Motivationsvideos gibts da auch!

Präsi-Bild

16 Kommentare zu „Gastartikel: Warum Du als Coach ein Buch schreiben solltest.“

  1. Hallo Nils und Marek,

    das ist ein wirklich inspirierender Artikel, vielen Dank dafür! Für mich war das Thema Buch schreiben immer ganz weit weg, dann ist es schon in meine Vision gerückt und nun kommt es scheinbar immer näher. Nun stehe ich noch ganz am Anfang meiner Coach Laufbahn aber ich finde es wichtig das Thema Buch schon jetzt im Hinterkopf zu haben.

    Danke liebe Christina für diesen Gastartikel!

    Herzlich Grüße und bis bald,
    Carina

    1. Hi Carina,

      cool, genau diesen Effekt wollten wir erreichen 🙂

      Du kannst das Thema Buch auch jetzt schon angehen. Du kannst damit dein Konzept schärfen und dich für ein Thema positionieren. Ich rate dir dann in jedem Fall dazu, das „Buch“ etwas umfassender zu planen und Bonus-Material zu produzieren, damit du es als Umsatzprodukt aufziehen kannst.

      Nur vom coachen leben finde ich sehr schwierig, aber wenn du einfach mehr Aufträge haben willst, kannst du auch versuchen, einen Amazon Bestseller zu landen. Ich kann den Kurs von Thomas Mangold auf http://www.meisterkurse.biz dazu empfehlen, wir haben da sonst auch Infos dazu im Kurs.

      Meld dich gerne, wenn noch Fragen sind 🙂

      LG und viel Erfolg,

      Nils

  2. Super Artikel Nils,

    ich kann euch nur zustimmen. Ein Buch ist ein sehr guter Einstieg!

    Ich bin selbst vor kurzer Zeit den Schritt gegangen und kann ganz klar sagen: Es hat sich gelohnt. Jeder Coach hat viel Erfahrung im Laufe des Lebens gesammelt. Wieso nicht einfach mal das Wissen bündeln und in die Welt tragen.

    Ich danke euch,
    beste Grüße,
    Nico

  3. Hallo Nils,

    auch ich bin, wie Nicolai, den Weg der Buchveröffentlichung gegangen – und es hat mir so viel gebracht. Wir sprechen hier nicht von Tantiemen in Millionenhöhe – das war auch gar nicht das Ziel -, sondern von der persönlichen Weiterentwicklung. Die Hürde „Ich schreibe ein Buch“ war am Anfang riesig, ich hätte niemals gedacht, dass ich das schaffen würde. Und jetzt, nach der Veröffentlichung vor 2 Monaten, kommen (allermeistens) nur positive Rückmeldungen, die Leser finden mein Buch sehr hilfreich – es geht um das Erlernen von Fremdsprachen und wie man sich diese Arbeit erleichtern kann – und ich fühle mich mit dem Buch und auch mit meinem Blog, der begleitend ausgeweitet wurde, so verbunden, als wäre es mein 3. Kind (2 echte habe ich schon).

    Ich habe zwar einige Marketingfehler gemacht, aber beim nächsten Buch – im Moment arbeite ich an der englischen Fassung, danach steht schon ein neues Buchprojekt an, das ich kaum erwarten kann – kann ich das nur besser machen … Aber das waren wohl die typischen Anfängerfehler und das mangelnde Selbstvertrauen.

    Die Mammutaufgabe war gut zu bewältigen, weil ich sie mir in Einzelschritte eingeteilt habe. Und es ist erstaunlich, was der Mensch schaffen kann, wenn er es nur wirklich will!!!!

    Herzliche Grüße
    Christine von „Sprachenlernen leicht gemacht“

    1. Hi Christine,

      ich sehe das genau wie du: Wer sich traut, ein Buch zu veröffentlichen (und sich damit auch selbst einer Öffentlichkeit zu präsentieren) wird mutiger und gewinnt an Selbstvertrauen und Selbstbewusstsein. Super Erfahrung 🙂

      LG, Nils

    1. Hallo Peter,

      das ist wohl wahr, dass ein Buch, vor allem wenn es ein Buch sein soll und nicht nur ein ausgeweitetes Faltblatt, richtig viel Arbeit macht – es muss ja nicht nur geschrieben werden, es hängen ja auch noch viele andere Arbeiten dran.

      Aber: Wenn du ein Buch schreibst und das deine Leidenschaft ist oder du ein Buch schreibst über deine Leidenschaft – bei mir sind das die Sprachen und das Lernen allgemein -, dann fühlt es sich nicht wie Arbeit an.

      Und das ist ein tolles Gefühl!!!!

      Herzliche Grüße
      Christine

  4. Thomas Reining

    Hallo zusammen,
    ich kann das Schreiben eines Buches nur empfehlen. Es ist auf der einen Seite eine unglaubliche Arbeit, auf der anderen Seite aber auch eine riesige Erfahrung. Allein schon das Sortieren der vielen Gedanken und Ideen gibt einem eine ganz andere, neue Sicht auf die Dinge. Ich verkaufe mein Buch zwar nicht bei Amazon oder anderen Plattformen sondern verschenke es als kostenloses Startpaket auf meiner Webseite. Die Freude darüber ist aber nicht geringer.
    Darüber hinaus hilft es im Zusammenspiel mit meinem Podcast vorzüglich, meine Sichtbarkeit als Coach zu steigern.
    Wer Lust hat etwas darüber zu lesen, wie Führungskräfte und Manager von einem Hund lernen können, holt es Euch auf http://www.Thomas-Reining.de . Und wenn mir jemand ein Feedback geben möchte, ich freu mich darüber.
    Herzliche Grüße
    thomas reining von „Gute Führung braucht Gespür“

  5. Pingback: Case-Study: 1.300 Euro mit nem Blog nach einem Monat | EOM

  6. Hallo Nils.

    Die Idee ein Buch mit Erfahrungen aus dem Job zu erstellen finde ich sehr spannend. Darüber habe ich bisher noch nicht nachgedacht. Bisher wollte ich in Zukunft Bücher zu Fitness, Ernährung, Gesundheit und Vorsorge schreiben.
    Denkst du ein reines Erfahrungsbuch würde ankommen oder sollten sich die Anteile in den Büchern die Wagen halten?

    Gruß,
    Ben

    1. Hi Ben,

      klingt nach einem guten Plan. Zu der Ausgewogenheit: Ich würde immer schauen, was das Ziel des Buches ist und was die Leser wohl erwarten. Aus didaktischer Sicht ist eine Mischung wohl optimal, aber man muss natürlich nicht aus jeder Erfahrung die „Lektion“ vorwegnehmen 🙂

      LG, Nils

  7. Pingback: Du hast was zu sagen! Ein starkes Sachbuch schreiben

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