Er dachte er hätte es unter Kontrolle.

Bis ihn der weiße Tiger am Hals packte und fortschleppte.

Roy, der Meister der Illusion erlag einer Illusion.

Der Illusion von Kontrolle.

Aber warum fallen wir genau auf diese Illuision nur so gerne und immer wieder herein?

Dass es so ist, sehe ich täglich.

Menschen fahren beispielsweise zu schnell Auto und behaupten „Ich kann schon rechtzeitig bremsen!“

Und wir alle wissen genau, dass das Bullshit ist.

Dennoch ist es uns enorm wichtig, dass niemand anzweifelt, dass wir das hinkriegen.

Bitte, bitte, gib mir Gewissheit!

Ja, wir brauchen diese Gewissheit, es unter Kontrolle zu haben, so unbedingt, sonst würden wir womöglich erst gar nicht in das Auto einsteigen.

Wir brauchen es so unbedingt, dass jede Menge Menschen, jede Menge Kohle damit machen.

Sie erklären Dir, wie Du es auf jeden Fall in den Griff kriegst:

  • So wirst Du in 3 Monaten ganz sicher erfolgreich!
  • Schließe nur noch diese 3 Versicherungen ab, dann kann Dir nichts passieren!
  • So manifestierst Du Dir alles, was Du Dir wünscht!

Versteh mich nicht falsch, ich bin durchaus der Auffassung, dass wir (speziell unsere Gedanken) einen entscheidenen Einfluss auf unser Leben haben.

Doch leider haben wir trotzdem keine Kontrolle.

Denn unsere Gedanken entscheiden nicht darüber was passiert, sondern sie entscheiden darüber, wie wir umgehen mit dem was passiert.

Oder glaubst Du wirklich, dass der reiche Onkel, der Dir eine Million vererbt, plötzlich auftaucht, nur weil Du ihn oft genug visualisierst? Das ist Manifestieren für Anfänger wie ich finde (und sorry, falls ich Dich damit treffe, aber lieber jetzt als zu spät, denn damit kann man echt viel Zeit verplempern 😉 ).

Aber zurück zum Thema:

Kontrolle ist eine Illusion.

Irgendwie weiß das jeder, doch hören will es trotzdem niemand, denn es verunsichert uns zutiefst.

Der traurige Grund dafür ist:

Wir nehmen uns selbst so fuckin‘ ernst!

Dabei ist das Leben ein Spiel.

Und täglich können sich Deine Karten neu mischen.

Meist kommt dabei kein Tiger um die Ecke und beisst Dich in den Hals.

Aber es können schon ziemlich verrückte Dinge passieren.

Gute und schlechte.

Und das ist der Haken:

Um die guten Dinge wahrzunehmen und zu erleben, musst Du das Risiko eingehen, auch den schlechten zu begegnen.

An dieser Stelle gibt es in Wirklichkeit nur eines, was Dir wirklich hilft:

Vertrauen.

Da aber die meisten Menschen mehr Angst als Vertrauen haben (z.B. aktuell um ihre Freiheit), also haben wir hier ein Problem.

Denn Angst verursacht alle möglichen Reaktionen, um die Situation wieder unter Kontrolle zu bringen.

Ein Teufelskreis wie es scheint.

Wie kommen wir da raus?

Ich kann Dir nur sagen, wie ich es mache:

Ich bete.

Und zwar wie damals, als ich klein war:

„Lieber Gott, …. „

Und dann kommt mein Anliegen, meine Bedenken, mein Fragen, meine Bitte.

Ich tu das übrigens nicht, weil ich so unglaublich gläubig bin und ich glaube auch nicht an einen weißen Mann mit Bart der auf einer Wolke sitzt.

Trotzdem habe ich genau dieses Bild vor Augen, wenn ich bete.

Gott ist sozusagen gebetstechnisch mein idealer Klient.

Gott als idealer Klient?

Dieses Konzept des Idealen Klientens haben ja noch nie viele wirklich verstanden.

Kurz gesagt: es ist einfach viel leichter für den menschlichen Verstand mit Susanne (43) in einen echten Dialog zu treten, als mit „Frauen von 40 bis 50“ oder eben mit „Alles, was ist“. Susanne oder der liebe Gott dagegen können konkret zuhören und antworten.

Was passiert, wenn Menschen versuchen mit „Alles was ist“ zu reden, nennt man dann eher gechannelte Nachrichten. Die erkennt man meist daran, dass zu viele „Alle“ durcheinandergeredet haben, so dass am Ende alles und nichts drinsteht. Mit Angeboten, die an „Frauen zwischen 40 und 50“ gehen, ist das übrigens genauso.

Aber ich schweife ab in mein altes Thema… oh je, ich hab’s nicht mehr unter Kontrolle…! *lach*

Also ich bete.

Probier es aus. Wenn Du nicht so der Typ für Meditation bist (wie ich), dann bete.

Muss auch gar nicht so todernst sein.

Zumindest mein Gott ist ein Gott mit viel Humor und er lacht gerne.

(Wie könnte er auch anders, wenn er uns dabei zusehen muss, wie wir uns so abmühen, Kontrolle zu gewinnen! 😀 )

Aber was bringt das?

Kann ich Dir mit Sicherheit sagen, dass Dir das was bringt?

Nein.

Ich kann Dir nur mit Sicherheit sagen, was es mir bringt!

Ich komme dadurch ganz oft aus endlosen Gedankenspiralen viel leichter raus.

Vielleicht sollte ich noch dazusagen, dass ich meine Gebete auch oft aufschreibe und so stehen dann eine Menge Inspirationen direkt vor mir auf meinem Blatt.

Oft passiert es mir auch, dass ich plötzlich sage: „Oh sorry, lieber Gott, jetzt kann ich hier leider nicht weitermachen, denn ich hab gerade eine soll tolle Idee!“

Er ist mir da dann auch nicht böse, sondern zwinkert mir zu uns sagt: „Mach Du mal!“

Wenn der weiße Tiger aber doch kommt…

Doch manchmal im Leben kommt der weiße Tiger halt doch.

Da hilft auch kein Beten.

Er beißt Dich ins Genick und trägt Dich fort.

Roys weißer Tiger kam letztlich nochmal zu ihm – diesmal in Form von Covid-19. Vor einigen Wochen verstarb der Künstler.

So vielen Menschen zeigt das Virus gerade, wie wenig Kontrolle wir wirklich haben.

Dies ist die richtige Zeit, um alte Konzepte, die Dein Leben bisher bestimmt haben, über Bord zu werfen.

Wir haben jetzt die Chance, nochmal neu nachzudenken, was unser Leben wirklich reich macht.

Das Geschenk

Kannst Du das Geschenk darin schon erkennen?

Was formt sich für Dich gerade neu?

Welche alten Konzepte sind überholt und dürfen gehen?

Wenn Du Lust hast, Dir 5 Konzepte anzuschauen, die das Leben vieler Menschen unnötig kompliziert machen, dann klicke hier!

Und wenn Du Lust hast, mir davon zu erzählen, wie Du mit Deinem Kontrollbedürfnis umgehst, dann antworte mir hier in den Kommentaren!

Alles Liebe und bleib im Vertrauen!
Christina


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8 Kommentare zu „Wenn der weiße Tiger zu Dir kommt…“

  1. Wow! Sehr kraftvoll und inspirierend. Wichtiges Thema sehr gut aufbereitet. Ich denke: Jeder ist seines Glückes Schmied. Aber keiner weiß, welches Eisen ihm das Leben in die Hand gibt.

  2. Hallo Christina,
    danke für deine Gedanken zum Thema Kontrolle.
    Ja wir wollen Kontrolle – meinen wir hätten Kontrolle.
    Meinen wir wissen alles. Meinen wir hätten Recht.
    Dabei wissen wir gar nichts – es sind alles nur Konzepte in denen wir uns bewegen – die wir verteidigen.
    Auch die Vorstellung von „schlecht und gut“ ist nur ein Konzept.
    Es hilft uns in gewisser Weise im Leben zurecht zu finden und schafft eine vermeintliche Sicherheit.

    Doch es sind alles nur Konzepte an denen wir uns oft festhalten – festklammern – das Leben an sich lässt sich nur nicht festhalten. Das ist der Kampf, in dem wir uns vielfach befinden – festhalten wollen. Wie jetzt bei Covid 19 schön ersichtlich – der überwiegende Teil der Menschen möchte zurück in die NORMalität. Also das vergangene festhalten statt in Vertrauen und Zuversicht neues zu entwickeln. Neues macht vielen Angst. Da kommt Vertrauen und Ausprobieren ins Spiel des Lebens.
    Much Love to you
    Michael

  3. Ein schöner und wichtiger Artikel!

    Ja, wir können nicht alles kontrollieren. Auch wenn wir das oft nicht wahrhaben wollen.
    Und oft eben gerade nicht die Dinge, vor denen wir am meisten Angst haben.
    Doch wir haben neben umsichtigen Handlungen zumindest ein gutes Stück weit in der Hand, wie wir mental mit unseren Ängsten umgehen.
    Und hier finde ich auch den von dir angesprochenen Anspekt des Vertrauens so wichtig.

    Mit den besten Wünschen für dich und deine LeserInnen
    Manuela

  4. Liebe Christina, sehr schön geschrieben. Ich bete auch, aber eher auch so kumpelhaft und oft nebenbei, wie so Art Selbstgespräche. Kontrolle ist auch so ein Thema von mir. Ich bin ja ein Chaot, und habe doch gerne die Kontrolle, und bin dann überfordert und gestresst, weil es eben nicht geht – kontrollieren und sich entfalten lassen. Recht haben – da bin ich auch dran …

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