Liebst Du den Applaus? Die Begeisterung des Publikums? Das Zujubeln der Menschenmenge?

Glaub mir, das ist nicht gut für Dich!

Ich hab das gelernt!

Falls auch Du immer noch Deine Energie und Lebenslust daraus ziehst… dann lies meine Geschichte:

Der Traum begann, als ich 4 war. Ich tanzte in meinem Kinderzimmer und war eine Ballerina! Doch ein erster Versuch, in einer Ballettgruppe für Kinder zu starten, schlug fehl. Das war eindeutig zu langweilig für mich!

Mit 12 startete ich mit Jazzdance. 

Mit 16 war ich Teil einer Showtanzgruppe. 

Mit 18 gründete ich eine eigene, kleine Gruppe. Die „Lemon Girls“! Wir hatten einige Auftritte auf Stadtteilfesten, Geburtstagen, etc.

Auf die Bühne für den Applaus!
Foto: privat
(Kannst Du erraten, wer ich bin?)

Ich liebte die Bühne!

Dieser Moment, wenn der Funke auf das Publikum überschlägt…

Wenn sie mitklatschen….

Der Applaus, wenn die wenigen Minuten Show vorüber sind! 

Das war es!

Ich lebte das alles ca. 20 Jahre lang auf die ein oder andere Weise.

Ich tanzte auf Lateintanz-Turnieren, choreografierte und tanzte viele Jahre in einer Faschingsgarde und später beim Salsa war das Training zwar schön, aber der Moment, in dem sich alle Blicke auf Dich richten, weil Du auf der Party am heißesten tanzt… YES!

Ein besonderer Moment war auch dieses Salsasolo, dass ich auf einem Workshop tanzen durfte. Hier wird der Moment, in dem der Applaus einsetzt, so richtig schön deutlich! 🙂

Verschiedene Tanzrichtungen also, doch immer war ein Stück weit Bühne mit dabei. 

Und das Beste: Mein Umfeld dort verstand mich. 

Alle haben mitgefiebert und niemand kam auf die Idee, dass daran irgendwas falsch sein könnte.

Doch dann änderte sich alles…

Doch vor ein paar Jahren veränderte sich mein Umfeld sehr stark. 

Ich startete 2014 mein Onlinebusiness. 

Ich gründete eine Facebookgruppe. 

Und ich zog dort mit meinem Konzept massenhaft sogenannte „spritituelle Menschen“ an. 

12.000 um genau zu sein. 

Coaches, Heilpraktiker, Heiler, Yogalehrer und viele andere wunderbare Menschen. (Das „wunderbar“ meine ich ernst.)

Und natürlich lernte ich selbst in dieser Zeit unglaublich viel! 

Doch eines Tages „lernte“ ich etwas, was nicht gut für mich war. 

Ich lernte, dass mein ständiges „Heischen nach Aufmerksamkeit“ nicht gut war. 

Brauche ich denn immer Applaus für alles was ich tue?

Geht es denn immer nur um Likes, Kommentare und Aufmerksamkeit? Um noch mehr Gruppenteilnehmer?

Kann ich eine Sache nicht um ihrer selbst willen tun? 

Ich schaute auf mein Leben zurück und stellte fest: ja, es stimmt. Ich hatte vieles von dem, was ich getan hatte, für den Applaus gemacht. 

Und da das sicher nicht gut für mich war, konzentrierte ich mich darauf, dass nicht mehr zu tun. 

Ich weiß heute, dass das sich dieser Gedanke sicher nur deswegen in mein Gehirn pflanzen konnte, weil schon ein Nährboden da war. So ein Kindheitsding: Gib nicht so an! Fall bloß nicht auf! 

Naja, jedenfalls hat sich die letzten Jahre die Rampensau in mir also zurückgezogen: 

„Applaus zu wollen ist nicht gut!“ 

Ende. 

Der Preis dafür war hoch. Ich zahlte dafür mit meiner Fröhlichkeit. 

Omg, ich bin so verdammt langweilig und ernst geworden! Und ich überlege inzwischen bei allem, was ich tue und schreibe 5 mal, ob ich das wirklich veröffentlichen soll.

Ist das gut für mich? Wie stehe ich damit da? Nur keinen falschen Eindruck erwecken!

Und wie oft hatte ich depressive Phasen, in denen ich alles hinschmeißen wollte. 

Aber warum nur? Ich war doch auf einem so guten Weg. So ganz bei mir selbst! 

Bullshit! 

Denn ich hatte etwas Wichtiges übersehen: 

Ich hatte gar nicht „immer nur alles für den Applaus gemacht“. 

Ich hatte es auch für den Applaus getan. 

Ich habe immer schon für mich getanzt und für andere. 

Für meine Leidenschaft und um andere Menschen zu berühren, zu begeistern und zu bewegen. 

Der Applaus hatte immer schon eine Bedeutung. 

Kein leeres Klatschen, das nach 5 Minuten verhallt. Nein!

Ich habe Menschen bewegt, etwas ausgelöst, Veränderung geschaffen. Egal ob nun mit dem Tanzen oder meinem Business. 

Stell Dir vor, nach einem Konzert würden 12.000 Menschen zum Künstler gehen und ihm persönlich zum Dank die Hand schütteln. Geht nicht. Also Jubeln und Klatschen die Menschen und geben so etwas zurück. Zeigen so ihren Dank. 

Applaus ist etwas Gutes! 

Und nach so vielen Jahren bekenne ich mich wieder dazu. 

Das fällt mir schwer, denn die Stimme im Kopf ist hart: „Du bist ja doch nur süchtig nach der Anerkennung von außen!“ 

Doch etwas in mir weiß, dass das nicht stimmt. 

Ich will etwas geben und ich will etwas nehmen. Und das ist gesund so! 

Aber vor allem macht es Spaß!

Es fühlt sich einfach an.

Und auf meinem ganzen Weg in die Einfachheit darf ich nun wieder ein weiteres Konzept über Bord schmeißen!

Applaus bitte!

😀

Alles Liebe
Christina



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5 Kommentare zu „Applaus ist nicht gut für Dich!“

  1. Applaus liebe Christina,

    Schon der Titel zog mich in den Bann und der Inhalt hielt, was die Überschrift versprach.

    Obwohl ich eher der introvertierte Typ bin (als Kind Lego, später IT) gab es schon immer einen Teil in mir, der die Bühne suchte. Erst Breakdance, dann Zauberei, später Square Dance Caller und Flipchart Trainer. Und lange hielt ich es für den Wunsch nach Anerkennung.

    Heute weiß ich: ich bin jetzt an dieser Stelle, um dies zu tun. Egal, was die anderen denken und noch wichtiger… egal was ich denke.

    Danke für diesen wunderbaren Artikel &
    Sinnstiftende Grüße
    David Goebel

    1. Lieber David,

      genau so ist es. Und selbst wenn es der Wunsch nach Anerkennung ist, der das mit(!) antreibt… so ist es doch für Künstler und Publikum eine Freude, wenn etwas Schönes dabei rauskommt, oder?

      Ja, lass es uns tun! Und danke für Dein schönes Feedback!
      Alles Liebe
      Christina

  2. Ist schon spannend, was für Überzeugungen sich in uns so breitmachen …

    Ich muss bei Deinem Artikel an die Frage denken: Würdest Du vom Bäcker erwarten, dass er Dir seine Brötchen umsonst gibt? Nö – Du bezahlst sie. Gar keine Frage !
    Applaus (egal in welcher Form) ist der Lohn der Künstler, egal welcher Kunstrichtung. Wir brauchen ihn so nötig wie die Luft zum Atmen.

    Und jetzt freu ich mich, Dir applaudieren zu dürfen – und noch mehr freu ich mich, dass Du diesen Applaus genießt ❤
    liebe Grüße, Frauke

  3. Applaus!
    Witzig, ich komme genau von der anderen Ecke. Die der falschen Bescheidenheit und erlaube mir langsam zu sagen: ich WILL Applaus, ich verdiene es – davon lebt Kunst. Ssonst staut sie sich in mir. Sie ist für mich UND andere.

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