Leidest Du an beruflichem AMEFI?

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Leidest Du an beruflichem AMEFI?

Du bist schon so lange auf der Suche. Du hast Selbsterfahrungs- und Persönlichkeitsentwicklungsseminare gemacht ohne Ende. Du verbringst Stunden damit, darüber nachzudenken, was das Eine sein könnte, Deine wirkliche Aufgabe, warum Du auf dieser Welt bist.

Dein Job macht Dir schon lange keinen Spaß mehr und Du denkst nicht zu ersten Mal darüber nach, zu kündigen, weil Dich das alles einfach langweilt.

Vielleicht bist Du auch inzwischen schon selbständig, aber Du springst immer wieder von der einen Sache zu anderen, denn so richtig gepackt hat es Dich einfach noch nicht?

Du willst sie finden: Deine Bestimmung! Es muss sie doch geben. Ganz bestimmt!


Weißt Du Schatz, ich kann mich einfach nicht entscheiden!“ sage ich immer wieder zu meinem Mann. Obwohl er es bestimmt bald schon nicht mehr hören kann, hört er mir dennoch geduldig zu. Er weiß ja auch, wie wichtig mir das alles ist.

„Weißt Du, es ist ja schon ziemlich nah dran, was ich da gerade mache… aber dieses andere Thema… das fasziniert mich halt noch mehr! Da weiß ich auch sofort, was ich dazu schreiben soll! Das ist so viel spannender!“

Und im Grunde weiß ich ja schon, wohin das führen wird. Ich werde mich mal wieder umentscheiden. Ich kenne mich ja! Aber das ist nunmal Teil meines Weges und ich will mich nicht damit zufrieden geben, einen Job zu machen, der mich nicht ganz und gar erfüllt!


Alles mit einem für immer!

Dieser Begriff AMEFI (=Alles mit einem für immer) kommt aus der Beziehungsberatung und soweit ich weiß, sind sich die meisten Beziehungsberater und -coaches darüber einig, dass dieses Konzept einer der häuftigsten Gründe ist, warum Beziehungen scheitern.

Viele Menschen gehen aber mit dieser Haltung in Beziehungen rein: Du bist es! Du bist die eine Person, die mich nun in allen Lebensbereichen bis ans Ende meines Lebens glücklich macht! Endlich habe ich Dich gefunden!

Eigentlich ist es ja logisch, dass das nicht funktionieren kann. Ist irgendein Mensch in der Lage, einen anderen für immer in allen Lebensbereichen glücklich zu machen, also alles zu erfüllen, was wir uns so vorstellen können? Wohl kaum.

Und obwohl wir langsam zu verstehen beginnen, dass dies in zwischenmenschlichen Beziehung schier unmöglich ist, scheint dieser Anspruch in beruflicher Hinsicht gegenüber dem einzig und allein sinnmachenden und erfüllenden Beruf immer noch zu bestehen.


„Weißt Du Christina“ sagt meine Klientin Sandra F. zu mir „das was ich bisher gemacht habe, das ist es einfach nicht. Da kann ich zwar mein Organisationstalent ausleben, aber meine Kreativität bleibt völlig auf der Strecke!“

„Ja, ich kann Dich absolut verstehen“ antworte ich. „Du bist eben sehr vielseitig und hast so viele verschiedene Talente. Da ist es nicht einfach, das alles unter einen Hut zu bekommen. Was hast Du denn jetzt vor?“

„Ich weiß es auch nicht“ antwortet sie. „Ich kann doch nicht schon wieder von vorne anfangen!“


So wie Sandra geht es vielen. Irgendwas fehlt einfach immer. Kaum haben wir irgendwas gefunden, was DER TRAUMBERUF zu sein scheint, schon fällt uns auf, dass aber dieses und jenes ja doch nicht so wirklich passt.

Und unabhängig von der Frage, ob ein Beruf / ein Job / eine Selbständig wirklich alles erfüllen KANN, was wir uns für die eigene Selbstverwirklichung wünschen, möchte ich mal die Frage in den Raum stellen:

Muss ein Beruf denn überhaupt alles erfüllen?

Oder dürfen wir vielleicht die Polyamorie leben? Das, was den meisten Menschen im Beziehungskontext ja super schwer fällt bzw. für viele Menschen ja überhaupt nicht geht. Doch in Sachen berufliche Selbstverwirklichung sollte das doch einfacher sein, oder?

Was, wenn AMEFI nicht nur Beziehungen scheitern lässt, sondern auch Karrieren?

Was, wenn unser Anspruch, die eigene, einzig und wahre Berufung zu finden, uns die meiste Unzufriedenheit beschert?

Muss Sandra denn unbedingt im Beruf kreativ sein oder wäre es nicht auch möglich, das irgendwo anders auszuleben?

Versteh mich nicht falsch…

Ich bin ein großer Fan davon, dass wir im Leben das tun, was wir wirklich wirklich tun wollen. Und gerade da, wo wir die meiste Zeit im Leben verbringen – nämlich in der Arbeit – sollte das was wir da tun, uns besser erfüllen, anstatt uns energetisch auszulaugen.

Aber ich denke auch, dass „erfüllen“ nicht zwingend „komplett ausfüllen“ heißen muss. Ein Beruf kann vielleicht auch erfüllend sein, wenn er einen wichtigen Teilbereich abdeckt und andere Bereich offenlässt, die man dann z.B. als Hobby verwirklicht.

Mach Dein Hobby zum Beruf… (und hab nie wieder das Gefühl arbeiten zu müssen).

Ich weiß gar nicht, wie oft ich das schon irgendwo gelesen habe. Aber macht das wirklich immer Sinn?

Hier kommt eine Story von Tom, einem Freund von mir:

Tom reparierte leidenschaftlich gerne Oldtimer und war darin auch richtig, richtig gut. Jede freie Minute neben seiner Arbeit verbrachte er in seiner Werkstatt. Es sprach sich rum, wie gut er war und immer mehr Autoliebhaber wollten ihren Oldtimer gerne von ihm wieder herrichten lassen. Aber weil das ja nur ein Hobby neben der Arbeit konnte er nur sehr wenig davon annahmen und die Wartezeiten waren entsprechend lang.

Irgendwann sagte ich zu ihm: „Du bist so gut darin! Warum machst Du das nicht beruflich? Du könntest richtig viel Geld damit verdienen, Deine Werkstatt wäre immer ausgebucht!“

Doch Tom lachte nur und antwortete: „Bin ich verrückt?“ 😀

Mehr brauchte es gar nicht als Antwort. Ich wusste sofort, was er damit meinte. Du auch?

Nicht jedes Hobby ist als Beruf geeignet…

… und das ist auch gar nicht schlimm.

Ich glaube, dass manche Hobbys nicht als Beruf geeignet sind. Also zumindest nicht jedes Hobby für jeden Menschen. Der eine ist vielleicht total glücklich damit, Tag und Nacht für andere Menschen Oldtimer zu restaurieren und all das geschäftliche Drumherum stört ihn gar nicht. Einem anderen würde genau das den Spaß an der Sache verderben.

Ich der Coachingszene sehe ich tatsächlich auch jede Menge Menschen, denen das geschäftliche Drumherum ihre Leidenschaft, das Coachen, regelrecht zerstört.

Bei mir war das auch so!

Ich habe vor 5 Jahren, als ich als Coach für Positionierung startete, ziemlich schnell bemerkt, dass ich nicht vom Coaching leben will. Ich will nicht auf Coachingtermine angewiesen sein. Das Coaching ganz alleine ist für mich nicht als Beruf geeignet.

Daher habe ich mir ein Onlinebusiness darum herum aufgebaut. Das funktioniert für mich. Ich verdiene mein Geld mit Onlinekursen, einem Mitgliederbereich UND Coaching, aber ich MUSS keine Coachings verkaufen, um zu überleben. Die Coachings sind das Sahnehäubchen obendrauf.

Eine weitere Leidenschaft von mir ist das Schreiben. Und genau vor einem Jahr habe ich zum ersten Mal überlegt, daraus einen Businesscase zu machen. Ich wusste damals noch nicht, ob das „Schreibenlehren“ für mich als Business funktioniert, denn bisher hatte ich immer nur dann geschrieben, wenn es mir Spaß gemacht hat und das hat als Marketing funktioniert, aber es war eben nicht der Beruf selbst.

Ein Jahr wollte ich es testen. Und dann neu entscheiden. Jetzt ist das Jahr rum und ich hab das Gefühl: Ja, Schreiben zu lehren ist für mich als Beruf geeignet. Deshalb gibt es ab 01. November auch wieder ein Angebot dazu: „Die Magie des Schreibens – BASIC LESSONS“.

Jedesmal neu prüfen und entscheiden.

Ich glaube, es ist wichtig, dass wir uns ausprobieren. Ich glaube, wir dürfen immer neu entscheiden:

  • Was ist meine Leidenschaft? Was macht mir richtig viel Spaß?
  • Macht diese Leidenschaft auch dann noch Spaß, wenn ein Beruf daraus wird?
  • Falls ja, alles gut.
  • Falls nein, wo könnte ich diese Leidenschaft so einsetzen, dass sie mir wieder Spaß macht (z.B. als Hobby oder im „Backend“ meines Business).

Um das entscheiden zu können, muss man es oft erst wirklich mal probieren. Im Kopf ist sowas nur schwer zu konstruieren, weil es einfach zu viele Variablen gibt.

Trau Dich, viele zu lieben!

Zum Glück ist im beruflichen Kontext noch niemand auf die Idee gekommen, Treue so hoch zu bewerten wie im Beziehungskontext.

Du darfst also fremdgehen. Du darfst „viele Liebhaber“ gleichzeitig haben. Du darfst eine große Liebe haben und trotzdem noch mehrere andere Liebschaften nebenbei.

Was auch immer Dein Modell ist… mach Dich frei von AMEFI!

Es muss nicht „Alles mit einem für immer“ sein!

Feel free!

Alles Liebe
Christina

2 Kommentare zu „Leidest Du an beruflichem AMEFI?“

  1. Interessanter Gedanke Christina!!!

    Und wie verbindest du die polyamore Positionierung mit der Positionierung????

    Ich habe nach meinen Gesprächen mit dir und den Kursen das Gefühl bei meiner Essenz angekommen zu sein.

    Der bin ich jetzt treu.
    Zumindest für jetzt.

    Seriell monogame business liebe….

    Klangvolle Herzensgrüße
    Von Regina

    1. Oh ich würde keine polyamore Positionierung empfehlen, ganz im Gegenteil. Nur ein polyamoröses Leben. 😀

      Also in der Liebe ist es doch so, wenn wir nicht alles von einem Partner erwarten, dann ist es viel leichter treu zu sein.
      Dann haben wir zwar den einen festen Partner, aber wir dürfen andere Menschen für andere Dinge in unserem Leben haben (und das muss nicht zwingend Sex sein).

      So ist das auch hier gemeint. Du kannst in Deiner Positionierung klar (und ihr treu) sein, weil es ganz klar ist, was sie Dir gibt und was nicht. Sie muss nicht zwingend alle Deine Lebensbereiche, alle Deine Qualitäten, alle Deine Fähigkeiten enthalten.

      Viel wichtiger ist, wie Du schon schreibst, dass sie Deine Essenz auf eine mögliche Art widerspiegelt. Und ich freu mich, dass Du ja jetzt angekommen bist. Ich glaube, dann spielen die Aspekte dieses Artikels gerade eh keine so große Rolle. Ist wie beim Verliebtsein… wer denkt in dieser Phase schon an Polyamorie. 😀

      Alles Liebe
      Christina

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