Walter-Square-1024x1024Walter Epp
Blogger & Autor
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Sichtbarwerden durch Weniger

„Wenn du keine Zeit hast, es richtig zu machen,
dann musst du Zeit haben, es nochmal zu machen.“

            – Unbekannt

Lass mich raten: Du hast wenig Zeit.

Dein Stundenplan ist eng getaktet und „Freizeit“ ist dieser Begriff, den du aus Büchern kennst.

Willkommen im Club. Als Selbstständiger, Familienvater, Blogger, Tänzer und ehrenamtlicher Mitarbeiter weiß ich, wie du dich fühlst.

Wir alle haben wenig Zeit.

Doch gerade das „sichtbar werden“ erfordert Zeit und du fragst dich bestimmt, woher du sie nehmen sollst.

Mein Rat an dich:

Tue nicht mehr, sondern weniger.

Du hast schon viele Impulse bekommen und all diese Impulse sind gut. Doch sie erfordern Zeit und wenn du zu den Menschen gehörst, die nicht 5 Stunden am Tag in Facebook sitzen können, dann solltest du deine Zeit möglichst effektiv nutzen.

Aber wie?

Betrachte deine „Sichtbarkeitsbemühungen“ wie das Sonnenlicht. Wenn es gestreut ist, dann ist es angenehm warm, aber wirklich heiß wird es nicht.

Wenn du das Sonnenlicht aber durch eine Lupe auf einen Punkt konzentrierst, dann kannst du ein Feuer entfachen.

Und das ist die Antwort, warum deine bisherigen Bemühungen, sichtbar zu werden, nicht von Erfolg gekrönt waren.

Zu viel

Du hast von Twitter gehört und machst dir einen Twitter-Account. Du engagierst dich, doch es passiert wenig.

Dann wechselst du zu Pinterest.

Dann zu Snapchat.

Das Spiel kann dann ewig so weiter gehen. Du streust deine Kraft auf verschiedene Kanäle.

Das Ergebnis: Kein Kanal fängst wirklich Feuer. Es fehlt an Durchschlagskraft. Du kommst durch den ganzen „Internetlärm“ einfach nicht durch.

Bündele also deine Kraft und konzentriere dich nur auf einen Kanal.

Einen einzigen Kanal.

Nein, nicht zwei oder drei. Nur einen!

Das 80-20-Prinzip

Doch die Entscheidung muss auch weise getroffen werden. Du musst den Kanal finden, der dir die größte Ernte, gemessen am Saatgut, liefert.

Welcher Kanal liefert mit minimalem Aufwand, einen maximalen Erfolg?

Der italienische Gelehrte Pareto nannte es das 80-20-Prinzip: 20 Prozent der Menschen besitzen 80 Prozent des gesamten Vermögens. Gleiches gilt fürs Marketing: 20 Prozent der Maßnahmen bringen 80 Prozent des Erfolgs.

Du musst also den Kanal finden, der mit 20 Prozent Zeitaufwand, 80 Prozent des Erfolgs reinbringt.

Dieser Kanal ist keine Plattform und auch kein Tool.

Dieser Kanal besteht aus Menschen.

Es sind:

die Influencer

Influencer sind Menschen in deiner Nische, dessen Wort ein hohes Gewicht hat und die als „bekannte“ Gesichter in deiner Nische gelten.

  • Beim Thema Hamsterrad-Verlassen ist Markus Cerenak ein Influencer.
  • Beim Thema Netzpolitik und Internetkultur ist Sascha Lobo ein Influencer.

Es sind die „großen Jungs und Mädels“, die das Geschäft nahezu kontrollieren. Es sind die 20 Prozent, die 80 Prozent der Aufmerksamkeit in deiner Nische bekommen.

Diese Influencer sind dein effektivster Kanal.

Die Vorteile, die eine gute Beziehung zu Influencern bringt:

1) Interviews

Du kannst die großen Namen deiner Nische zu einem Interview auf deinem Blog, deinem Youtube-Kanal oder deinem Podcast einladen.

Das interessante: Allein dadurch, dass du Experten interviewst, wirst du selbst zum Experten.

So tust du dem Influencer einen Gefallen und er revanchiert sich (meistens), indem er seine Follower auf das Interview aufmerksam macht.

2) Gastauftritte

Wenn die Beziehung schon etwas intensiver und fester ist, dann werden dich Influencer auch dazu einladen, einen Gastartikel zu schreiben oder einen Gastauftritt bei ihrer Show zu haben.

So darfst du mit auf die Bühne des Influencers. Du trittst vor ein absolut neues Publikum, das (aller Wahrscheinlichkeit nach) deutlich größer ist als deins.

Einen besseren Weg, sichtbar zu werden, gibt es nicht.

3) Erwähnungen

Weitere Sichtbarkeitsschübe erhältst du dadurch, dass die Influencer, wenn sie mit dir befreundet sind, dich hier und da erwähnen.

Sie erwähnen dich in Artikeln, in Podcasts oder gegenüber Freunden.

So bekommst du ganz passiv mehr Sichtbarkeit.

Wie du eine Beziehung zu Influencern aufbaust

Es ist eigentlich leicht, eine gute Beziehung zu den „Unerreichbaren“ aufzubauen.

Sie sind auch nur Menschen und brauchen auch mal hin und wieder Hilfe. Finde einen Weg, wie du ihnen helfen kannst. Sei nützlich. Sei großzügig.

Erwähne sie in Artikeln, teile ihre Inhalte, kaufe ihr Produkt.

Sei interessiert und versuche nicht interessant zu sein. Interessiere dich für den Menschen und sei einfach du selbst. Zu viel Geschleime ist auch unnatürlich und kommt nicht gut an.

Sei nützlich.

Irgendwann wird der Influencer keine andere Wahl haben, als auf dich aufmerksam zu werden.

Die drei Phasen der Beziehung

Solch eine Beziehung besteht in der Regel aus drei Phasen.

Phase 1: Herantasten

Taste dich zunächst an den Influencer heran. Falle nicht mit der Tür ins Haus und biete dem Influencer nicht sofort einen Gastbeitrag an.

Das ist so, als ob du beim ersten Date sofort einen Heiratsantrag machst.

Das herantasten sieht ganz konkret so aus: Folge dem Influencer auf allen Kanälen, auf denen er aktiv ist. Das kann der Blog sein, Facebook, Twitter, etc.

Kommentiere unter den Inhalten und teile sie in den sozialen Medien.

Kleiner Tipp: Erwähne beim Teilen den Influencer immer namentlich und markiere ihn im Beitrag. So sieht er/sie, dass du die Inhalte teilst.

Phase 2: Ein bisschen Liebe

In der zweiten Phase geht es darum, erstmals auf der Bildfläche aufzutauchen.

Während man als Follower und Kommentator nur einer von vielen ist, so kommt jetzt der nächste Schritt: die E-Mail.

Ja, jeder Influencer hat eine E-Mail. Diese herauszufinden ist auch nicht schwer. Dazu gibt es das Kontaktformular 😉

In diese erste „Liebesmail“ schreibst du einfach ein bisschen Liebe hinein: Du sagst, dass dir der Blog gefällt, dass die Inhalte hochwertig sind, dass dir der Stil gefällt.

Schreibe ehrlich deine Meinung (nicht schleimen) und lobe einfach, dass der Influencer schon so viel erreicht hat.

Mehr nicht.

Kein Pitch, kein „Angebot zu Kooperationen“ oder ähnliches.

Nur ein bisschen Liebe und Lob.

Fertig.

Kleiner Tipp: Als Betreff solltest du etwas wählen, das auch geöffnet wird. Aus Erfahrung kann ich sagen, dass der Betreff „Ich liebe (Name des Influencers)“ eine Öffnungsrate von 100 Prozent haben. Jeder öffnet gern Mails mit etwas Liebe drin. Das war auch übrigens der Grund, warum sich der „I Love You“-Virus so schnell verbreitet hat 😉

Phase 3: Der Antrag

Erst nachdem du einige Mails mit Lob und Respekt verschickt hast – und du auch eine Antwort bekommen hast –, solltest du einen Antrag machen.

Konkret heißt das: Lade den Influencer zu einem Interview ein. Nicht vergessen: Zuerst geben, dann nehmen.

Erwarte nicht, dass er etwas für dich tut. Tue erstmal etwas für ihn. Wenn es sein muss auch mehrmals.

Achtung, schleimig!

Das klingt jetzt alles vielleicht nach einer schleimigen Taktik, bei der man dem Influencer in den &%#*! kriechen muss.

Nein, auf keinen Fall.

Influencer sind auch nicht doof und sie merken es, wenn du dich nur einschleimen möchtest.

Die Kunst liegt darin, eine ehrliche und langfristige Beziehung zu dem Influencer aufzubauen. Es muss dir um den Menschen gehen, nicht um die Klicks und die Sichtbarkeit.

Denke langfristig und fordere lange Zeit nichts.

Baue erstmal auf und eines Tages wirst du die Früchte ernten, wenn du plötzlich eine E-Mail in deinem Postfach hast.

Betreff: „Möchtest du einen Gastartikel für mich schreiben?“

Das ist der Tag, an dem dein Kanal anfängt so richtig Gas zu geben.

(Anm.: Gastbeiträge setzen nicht zwingend voraus, dass man einen eigenen Blog hat!)

Wer langfristig denkt, wird langfristig erfolgreich.

Vergiss also erstmal eine Weile die vielen unterschiedlichen Kanäle und konzentriere dich nur auf einen.

Meine Empfehlung: Nutze die Bühne der Influencer.

Herzliche Grüße

Walter

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Walter Epp

iPad-eBook-GuestbloggingWalter Epp ist freier Autor und bringt auf seinem Blog anderen das Schreiben bei.

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Christina Emmer ist Mit-Initiatorin von „Reden für Menschlichkeit“

Wenn Du mehr darüber erfahren willst, bist Du herzlich in die geschlossene facebook-Gruppe eingeladen!

Gruppe Reden für Menschlichkeit

 

3 Kommentare zu „Sichtbarwerden durch Weniger“

  1. Ich liebe diesen Artikel & ich liebe Walter Epp (darum wird gleich mal Schritt 1 „Herantasten“ übersprungen) WENIGER IST MEHR hier zu lesen tut wirklich gut. Das ist die größte Challenge aus meiner persönlicher Sicht – perfektionistisches Energiebündel mit Feuer auf allen Ebenen – und auch aus Sicht der momentanen Zeitqualität – höher, schneller, weiter und Input ohne Ende. Darum einfach DANKE für diese beruhigenden, entschleunigenden, weisen Worte! Lieben Gruß, Romana

    1. Hi Romana,
      Es freut mich sehr, dass dir mein Artikel geholfen hat. Ich bin auch ein Mensch, der von allem ein bisschen macht und der sich nicht gerne auf eine Sache festlegt. Doch wenn man erfolgreich sein will, dann muss man es. Das ist der Preis.

      Ich empfehle in diesem Zusammenhang das Buch „The One Thing“ von Gary Keller. Habe es zwei Mal gelesen 😀

      LG, Walter

      1. Vielen lieben Dank Walter für deinen Buchtipp, ich werd’s auf jeden Fall 1 Mal lesen. Das 2. Mal lasse ich mir erstmal offen. 😉 Lieben Gruß, Romana

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