Struktur statt Inhalt

Warum Inhalt nichts und Struktur alles ist (und wie Dir diese Erkenntnis hilft, Dein Business weiterzubringen)

Ich bin Bloggerin. Ich liebe Content Marketing. Wie kann ich also behaupten, dass Inhalt NICHTS ist? Widerspricht sich das nicht? Ich sage Nein.

Content Marketing ist genau mein Ding!

Über gute, wertvolle Inhalte Leser und irgendwann auch Kunden zu gewinnen ist für mich die smarteste Art von Marketing, die ich kenne. Ich verkaufe nicht, ich argumentiere nicht. Ich ZEIGE meine Kompetenz einfach dadurch, indem ich regelmäßig in meinem Blog darüber schreibe, ein kostenloses EBook oder einen E-Kurs anbiete.

Auch viele meiner Bloggerkolleginnen und -kollegen machen das so. Wir halten nicht mit unserem Wissen hinter dem Berg, geben alles raus. Wissen ist heutzutage sowieso überall abrufbar. Wer sichtbar werden und Vertrauen bei den Menschen aufbauen will, der stellt sein Wissen einfach kostenlos zur Verfügung. Und zwar alles.

[box type=“note“ width=“100%“ ]Und eines lässt sich leicht beobachten: Bei den wirklich Guten gibt es kein „Wenn Du mehr wissen willst, kaufe dies und das…!“ oder „Das war Tipp 1-3, für die restlichen genialen Tipps, klicke (und kaufe) hier…!“[/box]

 

Warum funktioniert das und wie kommen dadurch Kunden?

An der Stelle lese ich oft die einfache Begründung:

„Die Kunden kommen, 1. weil sie Vertrauen haben und 2. weil das persönliche Coaching nochmal was ganz anderes ist.“

Zugegeben, solange ich mir selbst nicht ganz im Klaren darüber war, was das genau bedeutet, habe ich den Satz auch schon oft genau so gesagt. Im Grunde ist das auch nicht falsch. Ein Text vermittelt natürlich nicht genau das Gleiche, wie der Autor im persönlichen Gespräch, da dieser im Dialog natürlich ganz anders auf sein Gegenüber reagiert. Das heißt, die Inhalte werden individueller, viel mehr Informationen (Stimme, Körpersprache, etc.) werden mit einbezogen.

Doch was ist der wirklich entscheidende Unterschied?

Der entscheidende Unterschied liegt jedoch nicht darin, dass im persönlichen Gespräch, im Coaching oder im Online-Coachingprogramm die Inhalte (noch) besser werden oder gar völlig anders.

Der Unterschied liegt in der Struktur.

Ganz einfach gesagt heißt das:

…nichts. Oder nicht viel.

Das liegt daran, dass wir Menschen hinter unserem Verhalten eine bestimmte Struktur haben. Wir tun Dinge immer und immer wieder auf die gleiche Weise. Meist bekommen wir davon gar nichts mit. In vielen Bereichen sichert das unser Überleben und ist somit sehr hilfreich. Niemand von uns muss jeden Tag darüber nachdenken, WIE man kaut, schluckt, sich die Schuhe zu bindet oder die Treppe runtergeht (zumindest nicht mehr ab einem bestimmten Alter und bis zu einem bestimmten Alter ;-))

In anderen Bereichen – und leider kriegen wir auch davon meist bewusst nichts mit – ist das leider nicht so hilfreich, z.B. wenn es darum geht, das eigene Verhalten zu ändern, weil

  • eine Spinnenphobie im Grunde absolut sinnlos ist
  • Du es schon wieder nicht hinbekommen hast, morgens joggen zu gehen oder
  • Du immer wieder die gleiche, erfolglose Strategie fährst, um mehr Kunden als Coach zu bekommen. 😉

Das stimmt natürlich nicht für alle Menschen. Es gibt durchaus Menschen, die, wenn sie bestimmte neue Informationen bekommen, sofort sich selbst durchschauen, genau erkennen, wie das eigenen Verhalten beschaffen ist und woher es kommt und es entsprechend ändern. In bestimmten Situationen hast Du diesen Aha-Effekt sogar mit Sicherheit auch schon erlebt:

Du liest einen Blogartikel…, es fällt Dir wie Schuppen von den Augen…, Du denkst „Meine Güte, ja klar, wieso bin ich da nicht schon selbst drauf gekommen?“ Du schreibst vielleicht sogar einen Kommentar und bedankst Dich für diese Erkenntnis, die sicherlich Dein Leben ändern wird und dann…

… fällst Du entweder gleich oder nach ein paar Tagen in Dein altes Verhalten und Deine alte Struktur zurück. Wenn Du Glück hast, vergisst Du sogar komplett, was Du gelesen hast. So brauchst Du Dir nicht einmal mehr Vorwürfe machen. Das hat unser Gehirn schon geschickt eingefädelt. 😉

Willst Du nicht gleich wieder vergessen, was Du grade gelesen hast, sondern wirklich dranbleiben? Ja? Dann klicke bitte hier.

Wo bekommst Du also eine neue Struktur her?

Da können wir als bloggen und wertvollen Inhalt produzieren so viel wir wollen. Wir können supergroßzügig damit um uns werfen. Wir inspirieren, motivieren, schaffen neue Erkenntnisse und das alles for free! Das ist überhaupt kein Problem, denn es hilft nicht. Oder lass es mich genauer ausdrücken: die Inhalte alleine helfen nicht.

Wahrscheinlich fällt Dir jetzt sofort ein Gegenbeispiel ein. Ein Artikel, der Dein Leben verändert hat. Der Dich so sehr inspiriert hat, dass Du im nächsten Moment genau gewusst hast, was zu tun war und es auch umgesetzt hast. Natürlich gibt es diese Artikel.

Wenn Du genauer hinschaust, wirst Du feststellen, dass es dabei allerdings nicht die Inhalte waren, die Dich verändert haben. Mal ehrlich, so ziemlich alles, was wir schreiben, lesen, hören oder sehen ist nicht neu. Inhalte gibt es tausendfach auf der Welt und heutzutage haben wir in sekundenschnelle Zugriff auf alles. Es ist also (in den allermeisten Fällen) nicht die Information, die Dir vor besagtem Artikel gefehlt hat. Es ist die Art und Weise, in der sie zum genau richtigen Zeitpunkt in der für Dich genau richtig, aufbereiteten Form zur Verfügung steht.

Ich erlebe das im Live-Coaching und auch in Online-Kursen so.

In den meisten Online-Kursen, die ich kenne, wird nichts vermittelt, was ich nicht auch in einem Buch nachlesen könnte. Doch wenn ich eine bestimmte Zeit lang (wie z.B. in der 21-Tage-Challenge von Karin Wess) mit einer Gruppe von anderen Menschen zusammen eine bestimmten Prozess durchlaufe, der mir eine neue Struktur zu arbeiten anbietet und wenn der Kurs es schafft, mich entsprechend abzuholen und mitzunehmen, dann verändert sich etwas. Mal ehrlich, dass es nützlich ist, eine ToDo-Liste zu führen, wird nicht sehr vielen Menschen, die selbständig sind, wirklich neu sein.

Doch weil Karin es vermag, uns mit auf eine Reise zu nehmen und es schafft, einige von uns aus ihrem Trott zu reißen, funktioniert das Konzept.

Funny business yogaSie könnte uns auch dazu ermutigen, alle um 12 Uhr Mittags regelmäßig einen Kopfstand zu machen (niemand hat bisher bewiesen, dass das nicht auch gut für unser Business sein könnte), doch das würden wir dann sehr wahrscheinlich – bis auf ein paar Spaßvögel – als nicht sinnvoll erachten und die Struktur würde nicht greifen.

 

Ich erlebe das in meinem eigenen Coachingprogramm genauso. Das Programm ist für Coaches und vieles von den Inhalten ist (natürlich) für Coaches nicht neu. Die meisten haben eine gute Ausbildung und es ist ihnen durchaus klar, warum z.B. Ziele oder Glaubenssätze wichtig sind für den eigenen Erfolg. Und einige Inhalte sind bestimmt, wie natürlich auch bei Karin, für einige Teilnehmer wirklich neu. Doch auch hier ist der Inhalt hauptsächlich sinnvolles Füllmaterial, damit unser Gehirn nicht Alarm schlägt. Die wahre Veränderung findet in der Struktur statt, die die Teilnehmer durchlaufen.

Wie kann Dir das helfen, Dein Business weiterzuentwickeln?

Nur um Missverständnisse zu vermeiden: was ich mit diesem Artikel nicht sagen will ist, dass es egal wäre, ob wir guten oder schlechten Inhalt produzieren. Ich bin davon überzeugt, dass Content Marketing überhaupt nur mit guten Inhalten funktionieren kann. Was ich sage ist, dass es jedoch am Ende nicht die Inhalte sind, die uns verändern.

Wer das verstanden hat, sieht das „System dahinter“ und kann erkennen, warum es – wie Du vielleicht schon öfter gehört hast – nicht notwendig ist, inhaltlich „das Rad komplett neu zu erfinden“. Es kommt darauf an, die Menschen, die Du unterstützen willst, durch einen Prozess zu führen, in dem sie die Möglichkeit bekommen, ihre Struktur zu verändern. Das Schöne im Coaching, ob nun online oder live, ist, dass der Klient dabei seine volle Eigenverantwortung behält. Am Ende geht jeder mit genau dem Lernerfolg heraus, der für ihn jetzt genau richtig ist.

Wenn Du also mit Deinen Inhalten noch mehr Erfolg haben willst, dann gib diesen Inhalten eine übergeordnete Struktur.

Überlege Dir nicht nur, was der Leser/Zuschauer/Teilnehmer gerade an Informationen bekommt, sondern was diese Information mit ihm macht.

Überlege Dir nicht nur, wie wertvoll Dein Text/Vortrag/Seminar für jemanden inhaltlich ist, sondern welche inneren Schritte derjenige dabei durchlaufen soll.

Und auf einer noch höheren Ebene… wenn Du alle Deine Inhalte von oben auf dem „Spielfeld“ betrachtest, was hast Du damit vor? Wohin geht die Reise? Wohin begleitest Du Deine Kunden? Welche Strukturen willst Du durchbrechen, welche neu aufbauen?

 

Wow. Danke, dass Du bis hierher gelesen hast. Ich glaube, diesen Artikel schafft nicht jeder bis hier. Du schon! 🙂

Liebe Grüße
Christina

 

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Frau entspannt sich in der Mittagspause mit Meditation

Negativ = Positiv?

In letzter Zeit passiert mir das wirklich oft. Wie in der Geschichte mit dem Zen-Meister…

[box type=“success“ width=“100%“ ] „Es war einmal ein Junge, der bekam zu seinem vierzehnten Geburtstag ein Pferd, und alle im Dorf sagen: „Oh, wie wunderbar! Der Junge hat ein Pferd!“, und der Zen-Meister sagt: „Man wird sehen.“

Zwei Jahre später fällt der Junge vom Pferd, bricht sich das Bein, und alle im Dorf schreien: „Wie grauenvoll!“ Der Zen-Meister sagt: „Man wird sehen.“

Dann bricht Krieg aus und alle jungen Männer müssen in den Kampf, bis auf ihn, wegen seines kaputten Beins, und alle im Dorf sagen: „Wie wunderbar!“, und der Zen-Meister sagt: „Man wird sehen.“

(Der Krieg des Charlie Wilson) [/box]

Mir passieren also grade ein paar Dinge, von denen ich im ersten Moment sagen würde: „Nö… nicht so schön!“ Und es gelingt mir ehrlicherweise nicht immer, in Zen-Manier zu reagieren mit einem bedachten: „Man wird sehen.“ Doch es geht immer schneller. Ich habe im letzten Jahr durch meine Ausbildung in der fresh-academy gelernt, meinen eigenen State immer besser zu reflektieren und wo ich mich früher noch einige Stunden geärgert oder einen heftigen Temperamentsausbruch gehabt hätte, gelingt es mir heute bereits viel schneller… ach, was soll die ganze Theorie?

Hier ist ein Beispiel und zwar brandaktuell:

Wie einige meiner Leser wissen, ist gestern, am Montag, der zweite Testdurchlauf meines Online-Coachingprogrammes gestartet. Und zwar mit genau 7 Teilnehmern.

Das ist jetzt nicht so genau die Zahl, von der ich geträumt hatte. Der erste Testdurchlauf des Programms war letzte Woche Sonntag zu Ende. Ich hatte super Feedback von meinen Teilnehmern und am Ende hatte alles so geklappt, wie ich mir das vorgestellt hatte. Natürlich hat es ein paar Tage gedauert, bis das Feedback per Email bei mir war. Mein Teilnehmer haben ja auch in ihrem Alltag ein paar andere Dinge zu tun, als mir Feedback zu schreiben. Doch es ging eh superschnell. Nach 3 Tagen konnte ich schon anfangen, damit zu arbeiten und die Referenzen auf meine Homepage stellen.

Außerdem gab es noch ein paar Dinge aus dem Kurs, die ich im Nachhinein erledigen durfte. Noch ein paar Verbesserung hier und dort.

Und dann war da noch meine Familie. Ich war echt froh, sie nach 6 Wochen „verschlossener Bürotür“ mal wiederzusehen. Endlich mal wieder Zeit zusammen.

Ja und na klar: In dieser einen Woche zwischen den beiden Kursen mache ich das komplette Marketing und die Aquise für den nächsten Kurs. Ich muss an der Stelle im Nachhinein wirklich über mich selbst lachen. Hurra! 😀

Plötzlich war es schon Sonntag. Und ich war gar nicht Zen-mäßig drauf!

Ich habe erst einmal angefangen, mich ziemlich über mich selbst zu ärgern. Warum hatte ich das eigentlich nicht kommen sehen? In meinem Flow der absoluten Begeisterung hatte ich zum einen solche Dinge wie Entspannungspausen (haha) nicht eingeplant, zum anderen auch kaum Zeit zum Aufbau neuer Kunden berücksichtigt. Warum hast Du nicht dies und warum hast Du nicht jenes gemacht? Mit diesen Fragen machte ich mir erstmal das Leben selbst schwer.

Dabei zählte es dann auch nicht mehr, dass ich immerhin in einer Woche 5 Kunden gefunden hatte und dass ich den anderen Kurs erfolgreich zu Ende gebracht hatte.

Ok, ist das nun wirklich so schlimm?

Ich habe mir dann überlegt, was das denn nun in Wirklichkeit genau bedeutet:

1. Es sind weniger Teilnehmer und ich kann diese dann nochmal sehr intensiv betreuen.

2. Nachdem der Kurs nun schon angelegt ist und der zweite Testdurchlauf auch schon etwas mehr kostet als der erste, verdiene ich insgesamt mehr als bei ersten Mal.

3. Ich habe eine wertvolle Lektion gelernt und werde mir beim nächsten Mal entsprechend mehr Zeit einplanen.

Ja, das klingt WIRKLICH schlimm. *lach*

Man wird sehen…

Der Zen-Meister hat Recht behalten. Und im Grunde bin ich recht schnell wieder runtergekommen von meinem Selbstanklagetrip. Und dann habe ich mir am Montag morgen noch eine nette Dame aus Südtirol manifestiert, die einfach nur anrief, um mir zu sagen, wie toll sie meinen Blog und meine Arbeit findet. Und gestern Abend hat meine facebook-Seite die 500er Marke gesprengt.

Ok, liebes Universum, ich bin wieder versöhnt.

Und was die kleine, feine Zahl der Teilnehmer in meinem Programm angeht… man wird sehen. 😉

 

Kennst Du das auch? Du erlebst etwas, das Du nicht so toll findest und im Nachhinein ist es das Beste, was Dir passieren konnte? Erzähl mir bitte in den Kommentaren davon, ich liebe solche Geschichten!

Liebe Grüße

Deine Christina

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