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Wie viel soll ich bloß verlangen? Tipps für die Preiskalkulation für Coaches, Berater und Trainer

Gerade als Berater, Coach oder Trainer ist es oft sehr schwer, für sich den richtigen Preis zu finden. Einerseits möchte man doch gut leben können, andererseits darf der Preis, so sagt man, auch nicht zu hoch sein. Denn wenn man teurer ist als der Rest, kann man keine Kunden bekommen. Aber – stimmt das tatsächlich?

Wie viel soll ich nur verlangen?

Für viele selbstständige Dienstleister stellt sich diese Frage. Die Preiskalkulation ist auch darum so schwierig, weil man ja „nur“ die eigene Zeit verkauft. Diese jedoch ist wertvoll, auch wenn Sie das selbst manchmal nicht so recht glauben können. Read More

Bist Du wirklich der Leuchtturm für Dein Business?

Ja schon klar, Du solltest wahrnehmbar und sichtbar sein mit Deiner Positionierung als Unternehmer. Es macht einfach Sinn für alle Interessenten Deiner Dienstleistung oder Deines Produktes, zu erkennen, wer steht hinter dem Produkt, für was steht dieser Mensch und warum.

Kann ich mich als Verbraucher identifizieren mit diesem Produkt. Was tut es für mich? Wer bin ich, wenn ich es nutze oder benutze? Wer gerade dieses Produkt warum verkauft und was die Story dahinter ist, dies gilt es deutlich zu machen. Read More

Ein Coach kann alles verkaufen. Außer sich selbst.

Mein Coach-Netzwerk ist sehr groß. Und meine Timeline wird immer voller davon. Coaches, die alles verkaufen. Nur nicht sich selbst, sprich, nicht ihre eigene Dienstleistung.

Ich sehe sie alles mögliche verkaufen. Schönheits- und Gesundheitsprodukte. Nahrungsergänzungsmittel. Tupperware. Kerzen. Nuggets. Schmuck. Und was nicht noch alles.

Und all das verkaufen sie nicht etwa genervt so nach dem Motto „Oh nein, schon wieder muss ich ein Angebot raushauen. Bestimmt nerve ich schon mein Netzwerk damit!“ wie ich es oft genug höre, wenn ich mit Coaches über das Verkaufen bzw. über Marketing spreche.

Nein! Da gibt es plötzlich:

Lebendige Erfahrungsberichte.

Man ist sozusagen spürbar live dabei, wenn der Rosenduft am morgen so ganz nebenbei für gute Laune sorgt, während die absolut natürlichen Inhaltsstoffe die Haut in Minuten um Jahre jünger aussehen lassen. Ich sehe das Gesicht der Frau vor mir, die sich hingebungsvoll vor dem spiegel anlächelt, während sie mit sanften, kreisenden Bewegungen die wohlduftende Creme, nein, nicht einfach aufträgt… sie widmet sich ihren Gesichtszügen und massiert die wertvolle Essenz vorsichtig ein. Dabei umspielt sie ein Hauch von Luxus. Man gönnt sich ja sonst nichts.

Spannende Erfolgsgeschichten.

„Danke an das beste Team der Welt! Business mit Euch ist eine einzige Party! Yeah!“ Klingt das nicht großartig? Sei doch auch dabei und verdiene wie ich schon im ersten Jahr Dein erstes, richtig gutes Geld. Seitdem ich mich da so richtig reinhänge, geht es voll ab bei mir und das macht auch noch richtig viel Spaß! Ist ja auch kein Problem, denn es geht um etwas, hinter dem ich voll stehen kann und mit dieser Begeisterung geht es fast wie von selbst. Let’s rock!

Kreative Eventideen.

Von romantischen Spa-Abenden für die anspruchsvolle Frau, die gerne jung, schlank und göttlich sein will, bis hin zu lustigen Abenteuer-Nachmittagen mit einer luftig-lockeren Einführung in die Welt der bunten Pillen. Auf einer Tupperparty war ja jeder schon mal oder? Zumindest hat man schon davon gehört. Jetzt gibt es das in vielen verschiedenen Varianten. Unglaublich und großartig, was da so an Ideen entsteht.

So schön kann Verkaufen sein!

Überzeugung, Begeisterung und Kreativität. Alles da.

Ein tolles Produkt, gute Preise, kreative Angebote. Alles da.

Schöne Worte, schöne Bilder, schöne Gefühle. Alles da.

WTF???

Ich hab mich ja lange gefragt, warum mich das alles so nervt.

Und nein, es ist nicht die Vertriebsstruktur. Das sind keine Abzocker-Schnellballsysteme wie es sie früher viel gab. Das hab ich schon kapiert.

Und es sind auch nicht die Produkte. Bestimmt sind die toll. Ob sie toller sind als das, was ich im ausgesuchten Fachhandel bekomme kann ich nicht beurteilen.

Was ist es dann?

Die Verschwendung von Talent

„Christina, was nützt es mir ein superguter Coach zu sein, wenn ich nicht davon leben kann? Also hab ich eben mal was Neues ausprobiert!“

Ja, das kann ich nachvollziehen. Das ist blöd – also wenn man nicht davon leben kann. Und es ist nicht nur blöd, es ist auch auf Dauer nicht tragbar. Schon gar nicht, wenn vielleicht noch Familie im Spiel ist und man die Verantwortung nicht für sich alleine trägt. Uns selbst wenn man alleine ist, Geldsorgen können einfach erdrückend sein.

Dennoch frage ich mich manchmal, ob es nicht mit dem Einkommen als Coach etwas besser klappen würde, würde man die Energie, die man für fremde Produkte aufbringt, in die eigenen stecken.

Aber warum klappt das nicht?
Fehlt es an Vertriebskompetenz?
An Erfahrung?
Fehlt es etwa an Reichweite oder Sichtbarkeit?
An Strategie?

Ich glaube nicht.

Faulheit. Feigheit. Eitelkeit.

Das sind – so hab ich es von meiner lieben Kollegin Melanie Mittermaier gelernt – DIE 3 Erfolgsverhinderer.

Was könnten sie damit zu tun haben, dass wir die Produkte von anderen besser, leichter und erfolgreicher verkaufen als die eigenen?

Faulheit

In einer so schön von außen vorgegeben Vertriebsstruktur ist meistens schon alles da. Ein Name, ein Logo, Texte, Bilder, Sprüche, Überzeugungen, eine Vertriebsstruktur und natürlich Produkte.

Wird man Vertriebspartner braucht man das alles in der Regel dann nicht selbst machen. Man kann sich einfach dranhängen und gut.

Zum Glück sind die Initiatoren auch meist noch so geschickt, einem die Idee als Sprung in die eigene Selbstverwirklichung zu verkaufen. Eigentlich wollten wir ja schon als kleine Prinzessin mit 8 Jahren am liebsten den ganzen Tag mit Glitzerschmuck spielen und jetzt dürfen wir diesen Traum endlich leben.

Auf einer großen Party mit genug Alkohol und Spaß fühlen wir uns das erste Mal wieder so richtig lebendig. Endlich raus aus dem einsamen Bürodasein als selbständiger Einzelkämpfer. So kann man mit voller Begeisterung hochmotiviert starten. Den Kater am nächsten morgen vertreibt man total easy mit einer gelben Pille und einem Aloe Vera Superfit Drink (Name von mir frei erfunden, Ähnlichkeiten sind zufällig. Ehrlich, ich hab keine Ahnung, was es da alles gibt. :-D).

Die eigene Faulheit ausgehebelt. Wunderbar.

Die eigene Idee auch.

Feigheit.

Letztens saß ich zwei Stunden vor einem Blogartikel. Ich hab mich da so richtig reingehängt, war voll im Flow, das Thema total meins und es sprudelte nur so aus mir heraus. Das wird einer meiner besten Artikel, dachte ich die ganze Zeit über. Mein Herzblut liegt da drin.

Und vor ein paar Monaten, da hab ich mein größtes Produkt überhaupt verkauft. Ein Produkt, von dem ich so überzeugt und begeistert war, dass es wirklich total leicht war, Kunden dafür zu gewinnen, obwohl es wirklich hochpreisig war. Es sollte großartig werden! Der Durchbruch. HAMMA!

Beides – der Herzblut-Blogartikel und das HAMMA-Produkt – waren, sagen wir mal etwas sanft, ein Flop. Den Artikel wollte niemand lesen. Kaum Likes, keine Shares, ein einziger Kommentar von einer meiner treuesten aus sonst über 3000 Lesern. Das Produkt… ich will nicht weiter darüber sprechen.

Das sind die Momente, wo Du nicht nur am liebsten alles hinschmeißen willst. Dann sind auch die Momente, in denen Du ne ganze Menge MUT brauchst, um wieder einen neuen Artikel zu schreiben und wieder ein neues Produkt zu kreieren.

Kein Verstecken, keine Ausreden, kein „Die anderen…“ – es sind MEINE Produkte, die entweder funktionieren oder nicht. Und an deren Entwicklung ich wachse.

Natürlich können wir auf vielfältige Weise wachsen und uns entwickeln. Auch das Verkaufen von Produkten anderer Menschen ist völlig ok.

Wir sollten uns einfach nur einen Moment lang fragen, ob wir nicht eigentlich unserer eigene Feigheit verkaufen.

Wenn nicht – alles gut.

Eitelkeit.

Kann es wirklich sein, dass wir Coaches so eitel sind? Haben wir nicht diese Ego-Sache in der letzten Coachingsausbildung hinter uns gelassen?

Warum zum Teufel glauben viele Coaches dann an die absolut arrogante und blödsinnige Superweisheit, dass die Menschen da draußen ja nur unsere Brillanz erkennen müssten, damit sie uns buchen? Warum glauben wir, dass wir mit unserer „Coaching-Sprache“ die Menschen da draußen erreichen? Wann steigen wir ab von unserem hohen Ross und denken in der Sprache der Menschen, die noch im Problem drin stecken?

Und warum können wir das plötzlich, wenn es nicht mehr um Coaching, also unser eigenes Produkt, sondern um Plastikdosen oder Wunderpulver von anderen geht? Warum sprühen wir hier vor Begeisterung? Und holen die Menschen genau da ab, wo sie stehen?

Warum kann eine meiner intelligensten und intellektuellsten Kolleginnen sich plötzlich auf Schulmädchensprache-Niveau begeben (was by the way keine negative Wertung von mir ausdrücken soll, sondern viel mehr die geniale Fähigkeit genau dies zu tun, unterstreichen soll!)?

Wie kommen wir nur auf die – sorry – abgefuckte Idee ein Produkt jemand anderem wäre so viel besser als unser eigenes, dass wir hierfür alles aktivieren, was wir haben?

Und warum setzen wir diese Fähigkeiten, lebendige Erfahrungsberichte, spanndende Erfolgsgeschichten und kreative Eventideen zu erschaffen, nicht für unsere eigenen Ziele ein?

Sind wir wirklich zu eitel für einen geplatzten Traum?

Eigenverantwortung

Ok, ich höre jetzt wieder auf. Denn ich hab ja in meinem bisher 40 jährigen Leben noch etwas wichtiges gelernt: Ich kann nicht jeden retten! 😉

Muss ich auch nicht.

Ich darf Menschen ihre eigenen Entscheidungen treffen lassen und jeder darf seine eigenen Erfahrungen machen.

Und es steht mir auch nicht zu, diese zu beurteilen, auch wenn ich schon eigene Erfahrungen damit gemacht habe.

Nur um es nochmal zu betonen: Ich verurteile nicht die Verkaufssysteme und auch nicht die Produkte. Was weiß ich schon davon?

Und es mag bestimmt viele gute Gründe geben, warum Menschen sehr begeistert in diesen Systemen mitwirken und die Produkte verkaufen.

Eines weiß ich aber:

Wenn Faulheit, Feigheit oder Eitelkeit der Grund dafür ist, dass Du in diesem einen Leben nicht DEIN Ding machst, dann ist das definitiv… schade.

Denn Du bist großartig, wundervoll und genial!

Und Du hast es verdient, dass Du Deine Liebe, Deine Energie und Dein Herzblut in Dich selbst steckst.

Und wenn Du noch nicht weißt, wie verdammt gut Du bist, dann komm mal gerne vorbei… and I’ll show you!

Alles Liebe
Christina

 

 

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Ganz einfach ich… oder doch nicht so ganz einfach?

Karin Wess hat aufgerufen:

„Zeig der Welt wie du bist, wenn du GANZ EINFACH DU bist!“

Jetzt mal ehrlich, ist das wirklich einfach? Sogar ganz einfach? *lach*

Also ich für meinen Teil erlebe ja das wirkliche „Einfach ich selbst sein“ als eine der größten Herausforderungen meines Lebens!

Ich habe mich durch etliche Fragen (z. B. „Wer bin ich und wenn ja, wie viele? (Precht)), Glaubenssätze und Blockaden gekämpft. Ich habe Bücher gelesen, Seminare besucht, Coachings in Anspruch genommen. Stundenlange Gespräche mit Freunden geführt, tagelang nachgedacht, unterschiedlichste Sachen ausprobiert, etliche Ängste überwunden… und das alles nur, um immer noch etwas leichter „ganz einfach ich“ zu sein.

Was für ein Trip!

Was ich dabei übersehen hatte: Ich war andauernd und zu jeder Zeit „ganz einfach ich“. Denn ich kann ja gar niemand anders sein.

Selbst wenn ich tue, was andere wollen, tue ICH es.
Wenn ich mich kleide, wie es anderen gefällt, entscheide ICH es.
Wenn ich rede, wie mich andere mögen, ist das genau das, wozu ICH in dem Moment fähig bin.

So dass vielleicht genau die Unfähigkeit „ganz einfach ich“ zu sein, gerade jetzt ein Teil von mir ist und mein ICH mit ausmacht.

Das würde bedeuten, dass auch meine vermeintlichen Schwächen und verleugneten Anteile jederzeit zur mir gehören und genau darum ging es ja in Karins Artikel auch.

Da gibt es dieses Lied „Wie schön Du bist„:

„Mit all deinen Farben
Und deinen Narben
Hintern den Mauern
Ja ich seh dich
Lass dir nichts sagen
Nein, lass dir nichts sagen
Weißt du denn gar nicht
Wie schön du bist?“

Das sollten wir uns vielleicht selbst und gegenseitig viel öfter sagen!

So viele Facetten!

Jeder Mensch hat so viele wunderbare Farben und hier sind also ein paar von meinen.

Gute und schlechte, aber nichts davon hindert mich daran, erfolgreich mein Business aufzubauen. 😉

  • Ich bin ein Schussel. Das bedeutet, ich vergesse ständig Sachen. z. B. Geburtstage. Überhaupt Termine. Ohne meinen Kalender wäre ich völlig aufgeschmissen. Und ohne Cathrina, meine Mitarbeiterin, die so viel für mich organisiert. Dafür bin ich sehr dankbar.
  • Ich bin überhaupt nicht so mutig, wie viele denken. Ich habe immer wieder Angst, was passieren könnte, wenn… meistens tue ich es dann trotzdem. Und seitdem ich mal den Spruch gelesen habe „Mut ist nicht die Abwesenheit von Angst, sondern dass man etwas trotz der Angst tut“ glaube ich, dass ich vielleicht doch recht mutig bin.
  • Ich bin Tänzerin. Schon immer. Und ich habe es eine ganze Weile (7 Jahre) geschafft, das zu verdrängen. Auch eine Leistung oder? Jetzt tanze ich wieder und es ist einfach großartig.
  • Ich schreibe gerne und gut. Und zu wenig. Immer wieder lasse ich mich davon ablenken. z. B. von facebook. Im letzten Jahr habe ich nur ein paar wenige Blogartikel geschrieben und ich nehme mir fest vor, dass ich das ändert. Ich bin aber nicht sicher, ob ich das einhalten kann.
  • Ich habe ein Pseudonym „Anna Frei“ unter dem ich über bestimmte Dinge meines Lebens schreibe. Ist das gut oder schlecht? Ich finde es gerade heraus. Das bedeutet, ich tue manchmal Dinge, die strategisch vielleicht nicht klug sind, sondern nur meinen Gefühlen entspringen. Andererseits bin ich in meinem Leben gerade an solchen Dingen am meisten gewachsen.
  • Ich bin Idealistin und glaube an das Gute im Menschen. Immer. Und glaub mir, dass ist so rein businessmäßig betrachtet nicht immer nur von Vorteil.
  • Ich will die Welt verbessern und schaffe es nicht mal jeden Tag, meine eigene kleine Welt in Ordnung zu halten. Ich streite mit meinem Mann, ich schreie auch mal menie Kinder an, ich tue vieles nicht, von dem ich weiß, dass es gut für mich wäre. Und ich rede mir ein, dass das alles nur Kleinigkeiten sind, im Vergleich zu meiner großen Mission! 😀 Wir werden sehen…
  • Und zu guter Letzt: Ich mache andauernd Pläne und halte mich oft nicht daran. Damit ich das vor mir selbst rechtfertigen kann, habe ich eine neue These über Pläne aufgestellt: „Ein guter Plan erfüllt sich von selbst.“ Heißt, wenn Teile meines von mir erdachten Planes nicht eintreten oder von mir eingehalten werden, dann war der Plan einfach noch nicht gut genug.

So, das waren ein paar Farben von mir, die Dich ermutigen sollen, auch ganz Du selbst zu sein. Ohne schlechtes Gewissen.

Und falls Du auch etwas dazu schreiben magst, hier ist der Originalartikel von Karin Wess (Klick!)

Wir freuen uns auf Deine Farben!

Alles Liebe
Christina