Portrait of a beautiful young English teacher ready to write on a board and teach her class

Expertensprechstunde „Mit dem eigenen Kurs auf Erfolgskurs“

– Wie erstelle ich die Struktur für einen Kurs?
– Ich habe so viele Ideen, wie bekomme ich die alle unter einen Hut?
– Wieviel passt in einen Workshop?

Stephanie Mertens in unserer Expertensprechstunde

StephanieMertensStephanie Mertens (http://www.dozentin-mertens.de/) motiviert und unterstützt seit mehr als zehn Jahren Solo-Selbständige auf dem Weg zu Ihrem eigenen Kurs.

In unserer Expertensprechstunde am 13.05.2016 hat Stephanie Fragen rund um das Thema „Mit dem eigenen Kurs auf Erfolgskurs“ – Inhalt und Konzeptionierung von Kursen. beantwortet.

Diese Expertensprechstunde findet jeden Freitag in der Facebookgruppe „Werde sichtbar als Coach“ statt, jede Woche mit einem anderen Experten. Und damit dieses wertvolle Wissen nicht einfach wieder in den Untiefen Facebooks verschwindet, habe ich beschlossen, eine Zusammenfassung davon als Gastartikel hier einzustellen. Die Fragen sind natürlich anonymisiert zusammengefasst.

Viel Spaß und viele neue Erkenntnisse wünscht Euch

Christina

Kurzer Exkurs: Online-Kurs

Janina:

Wenn es um Online Kurse geht, welche ist die sinnvollste Technik dafür?

StephanieMertensStephanie Mertens

Bei Onlinekursen bietet sich zunächst die Frage an, wie viel in Eigenregie übernommen werden soll. Man kann alles selbst machen, was aber einiges an Know-How und Zeit erfordert. Üblicherweise setzt man dazu auf einer WordPress-Seite an, bindet für die Zahlungen Digistore ein und für den Mitgliederbereich Digimember.

Unterstützung für das eigene Aufsetzen eines Onlinekurses auf diesem Weg bietet Simone Weissenbach, deren Online-Technikkurs demnächst wieder startet.

Es können aber auch fertige Plattformen sinnvoll sein, bei denen man seinen Onlinekurs anbietet. Das kostet meist eine monatliche Gebühr, die abhängig ist von der Anzahl der Kurse z.B. Provisionen fallen auch an. Auch da wird sicher am Anfang einige Einarbeitungszeit sein, doch man hat den Support und die Vorgaben was wann gemacht werden muss.

Plattformen, die eine Menge zu bieten haben, sind zum Beispiel e-shepherd von Anton Korduan, Spreadmind, teachable und mit einem eignen Preismodell auch udemy. Natürlich gibt es noch mehr. Dies nur für den Anfang.

Wie biete ich meinen Kurs richtig an?

Daniela:

Ich bin gerade mit einer Kollegin in der Planung für ein Auszeit-Wochenende. Es soll dabei um die Kombination Auszeit und Coaching an einem außergewöhnlichen Ort, auf einem alten Rittergut, gehen. Preislich liegt der Workshop bei 489,- (all inkl.) für 3 Tage.

Ich bin gerade in der Zwickmühle, einerseits möglichst viel für das Geld anbieten zu wollen, gleichzeitig soll es ja gerade nicht so vollgepfropft wirken, weil es ja neben dem Coaching auch um Durchatmen, Entspannung und Ruhe geht.

Wie vermittle ich am besten die hohe Wertigkeit des Workshops, ohne zu wenig oder zu viel anzubieten, sodass der Wert für den Teilnehmer spürbar ist? Bisher habe ich viel mit Bildern gearbeitet, sodass die Leute das Gefühl haben, da will ich hin.

 

StephanieMertensStephanie Mertens:

Was ist denn an inhaltlichen Stunden für den Workshop selbst geplant?

Um die Frage vorab zu beantworten, sollte das Ziel des Wochenendes sowohl als auch kommunizieren. Es geht also darum Körper, Geist und Seele in Einklang zu bringen. Ist die Aufteilung des Workshops zum Beispiel so, dass in Partien gearbeitet wird? Also eine Einheit Körper, eine Einheit Geist, eine Einheit Seele? Das könnte man dann einzeln aufzeigen, damit sichtbar wird was genau für was geboten wird.

Wenn der Workshop dann noch verbindende Elemente hat, sollte das in den Partien erarbeitete zusammenfließen. Ich denke für ein solches Konzept ist es sinnvoll, wenn die Interessenten sich ein genaueres Bild machen können, was sie am Ende davon haben.

StephanieMertensStephanie Mertens:

Was mir an dem Angebot noch nicht ganz klar ist: Wer genau soll kommen? Vielleicht kriegst du es ja hin Dich auf ein Ziel für eine Problemlösung festzulegen. Dann stellt sich die Frage auch nicht mehr so sehr welcher Inhalt.

Also: 1. Wer etwas Neues im Zusammenhang mit der Natur etwas Neues erkunden möchte, und dazu bislang in seinem stressigen Alltag nicht so viel Zeit hatte, für den kann man das gemeinsame Kochen, das Brotbacken, die Kräuterwanderung, das Herstellen von Kräutersalzen und Ölen anbieten.

2. Wer Entschleunigung sucht, der ist gut bei der Gartenarbeit, dem Versorgen der Tiefer und dem Verwöhnt werden aufgehoben. Ggf. bieten sich also kleine Pakete an, die neben dem Coaching, der Gruppenarbeit gebucht werden können. Daher wirst Du vermutlich auch Unterstützung brauchen, also nicht alleine das Wochenenden bestreiten.

3. Das Coaching, die Gruppenarbeit können ein zentraler Anker sein. Aber vielleicht möchten manche ja wirklich auf die Erfahrungen und ihre Wirkung setzen, weil die schon per Se therapeutisch wirken?

->Du könntest also aussuchen lassen, ob an dem Wochenende ein Coaching, Gruppenarbeit enthalten sein soll, und dafür einen höheren Preis ansetzen. Das Basispaket könnte die Erfahrung sein, wahlweise mit den Sinneseindrücken über Kochen und Natur, oder das Entschleunigen und das Verwöhnt werden.

Ich glaube auch, dass alles zusammen für ein Wochenende zu viel ist, zumal es dann wieder den Mustern entspricht, die uns das Leben im Alltag oft so schwermachen: Viel zu viel in viel zu wenig Zeit. Da willst Du ja gegenhalten.

Daniela:

Ja, ich habe schon versucht, deutlich zu machen, dass die Elemente, die ich anbiete, nicht alle abgearbeitet werden müssen. zentraler Punkt ist das die Gruppenarbeit und alles andere läuft nebenher.

Aber ich habe auch etwas Angst, dass der Text dann endlos wird, wenn ich alles zu genau erkläre.

Die Workshop-Beschreibung übersichtlich halten

StephanieMertensStephanie Mertens

Zitat von Dir, Daniela „habe auch etwas Angst,, dass der Text dann endlos wird, wenn ich alles zu genau erkläre.

Wichtig ist, dass Du den Kern herausarbeitest. Und der könnte darauf liegen auszusteigen und mal was ganz anderes zu machen, das Frauen in ihren Bedürfnissen entgegenkommt. Die Gruppe im Zentrum, der Rest drum herum in Unterpunkten.

Da könntest Du mit wenig Text auskommen und es übersichtlich halten, weil die Kernbotschaft Dir erlaubt Dich auf wenige Aufzählungen und Stichworte zu beschränken. Du weißt schon: Sprich den Schmerz an, zeig die Lösung auf.

Preisgestaltung

Stephanie:

Die Beispielfragen find ich auch interessant und weiter geht’s mit:

– Preisgestaltung?

– und nach dem Kurs? Wie holt man sich das Feedback?

 

StephanieMertensStephanie Mertens

Preisgestaltung – Was soll es für ein Kurs sein? Preise hängen oft mit Zeitaufwand und Gewinnwunsch zusammen. Wenn Du einen Workshop im Präsenzbereich anbietest, dann willst Du einerseits einen attraktiven Preis anbieten, zu dem die Kunden auch buchen würden.

Hier kommst du auf Dein Geld über die Menge der Teilnehmer. Niedrigpreisigere Angebote haben meist eine bestimmte Teilnehmerzahl. Als Basis kannst Du Deinen Stundenlohn nehmen, die Zeit des Workshops plus Vorbereitungs- und Nachbereitungszeit ansetzen.

Wobei Du beim ersten Mal nicht alle Stunden in der Vorbereitung 1:1 umsetzen kannst, sondern überlegen musst, wie oft Du den Kurs geben musst, bis die ersten Anfangsinvestitionen an Zeit und Material ggf. wieder drin sind.

Also rechnest Du zur Preisfindung die Zeit, die Du für Wiederholungstermine brauchst.

Dann schlägst Du auf. Was Du prozentual auf die einzelnen Termine an zusätzlichen Aufwendungen verteilt haben willst. Manche machen das nach Gefühl, andere rechnen sich das genau und betriebswirtschaftlich sinnvoll aus.

Bei einem Onlinekurs hast Du andere Investitionen, die neben Deinem Zeitaufwand bedacht werden müssen. Für die Technik, für Weiterbildung, für laufende Kosten, um die Technik zu unterhalten. Deine Betreuungszeit musst Du überlegen und berechnen. Du musst recherchieren welche Preise am Markt von den Kunden am eheste angenommen werden.

Du musst schauen, wie Du Deine Kosten so verteilen kannst, das Du recht bald auf die Gewinnseite kommst. Natürlich spielen auch Deine eigenen Umsatzziele eine Rolle.

Feedback nach dem Kurs

StephanieMertensStephanie Mertens:

Nach dem Kurs – Feedback – Du kannst Feedback-Formulare vorbereiten, die die Teilnehmer zum Ende des Kurses ausfüllen sollen, egal ob Präsenz oder Online. Hier kannst Du auf Deine Folgeangebote hinweisen und das Interesse abfragen.

Du kannst dir qualitatives Feedback geben lassen, indem Du Punkte zum Ankreuzen vorgibst, die Du abfragen möchtest, also was Dich interessiert, wie die Teilnehmer das sehen, und Du kannst dazu ein Freifeld lassen, wo die Teilnehmer notieren können, wie es Ihnen gefallen hat.

Hier kannst Du auch noch steuern, indem Du fragst, ob die Teilnehmer für sich das Kursziel als erreicht ansehen. Du kannst um Empfehlungen bitten, Du kannst Prozente oder Geschenke für Empfehlungen ausloben (was den Vorteil hat, dass Du es an Folgebuchungen knüpfen kannst).

Online kannst Du Umfragen verschicken, Du kannst um Testimonials bitten – hier würde ich empfehlen schon Leitfragen vorzubereiten. Du kannst Follow up mails verschicken, die den Transfer überprüfen. Du kannst Folgeangebote machen.

Spaß und Kennenlernen – Teilnehmeraktivierung

Claudia:

Wie kann ich dafür sorgen, dass 1. der Spaß nicht zu kurz kommt, 2. sich die Teilnehmer untereinander kennenlernen und 3. die Kursinhalte auch danach noch in Kopf und Herz bleiben.

Und insgesamt welches Verhältnis von jenen Anteilen zur Inhaltsvermittlung ist sinnvoll? (was sicher auf das Thema an sich ankommt und wie ‚tief‘ es geht)

StephanieMertensStephanie Mertens:

Claudia Deine Fragen gehen in die Richtung Teilnehmeraktivierung. Das heißt, Du baust Spiele, Methoden wie Quizze, Rollenspiele, Interviews, Gruppenaufgaben, Rätsel usw. ein, die das Eis brechen helfen für den Start, die Teilnehmer miteinander bekannt werden lassen, und auf die Kursinhalte einstimmen sollen.

Das heißt, dass die ausgewählten Methoden zu dem Kursthema an sich passen sollten, also bereits die Kompetenzen ansprechen, die zur Aktivierung für die Kursinhalte sinnvoll sind. Wenn der Kurs z.B. mit dem Schwerpunkt Kommunikation angesetzt ist, ob es nun Verkaufstrainings sind, Techniken für Gespräche, Erlernen von Methoden, die anschließend bei Klienten eingesetzt werden sollen, dann empfehlen sich kleine Einheiten, die zum Reden bringen, Gedanken und Sprache anregen, die Kreativität anregen.

Wenn im Präsenzbereich auf das Tun von etwas eingestimmt werden soll, empfehlen sich Bewegungseinheiten. Für das Erlernen neuer Inhalte, die gedanklich erfasst werden müssen, sind perspektivische Methoden gut geeignet, die aus dem üblichen Denkrahmen herausholen.

Spaß machen diese Dinge alle, und den meisten. Am Anfang gibt es oft etwas Scheu, die man den Teilnehmern durch eine lustige, lockere und offene Art (im angemessenen Rahmen) nehmen kann.

Möglicherweise kannst Du Dir währenddessen auch Unterstützung aus der Gruppe holen, wenn Du merkst, oder durch die Vorstellungsrunde hörst, dass Du Experten an Bord hast.

Emotionalen Bezug aufbauen

StephanieMertens

Stephanie Mertens:

Dass die Inhalte in Kopf und Herz bleiben, erreichst Du über emotionalen Bezug. Du brauchst mindestens praxisnahe, anschauliche Fallbeispiele, die erläutern worum es geht. Die also das Problem zeigen, den Bezug zum Thema herstellen.

„Ist mir auch schon so gegangen, könnte mir auch passieren“ z.B. , die Wege zur Lösung aufzeigen und das Ziel benennen. Dazu kannst Du ggf. auch jemanden aus der Gruppe fragen, ob er sein eigenes Fallbeispiel einbringen möchte.

Das geht bei Präsenzkursen ebenso wie bei Onlinekursen. Wenn das Thema an sich schon auf die persönliche Weiterentwicklung abzielt, ist es wichtig auch vorab schon zu recherchieren, und später durchaus auch die angemeldeten Teilnehmer nach dem aktuellen Stand zu befragen.

So kannst Du sicherstellen, dass Du auf die zu erwartende Gruppe direkt eingehen kannst. Je näher Du am Schmerz des Einzelnen bist und dort Lösungen erarbeiten kannst, umso nachhaltiger ist Dein Unterricht. Das wirkt nach und wird noch weitere Auswirkungen haben.

Das Verhältnis von Anteilen zur Inhaltsvermittlung

StephanieMertens

Stephanie Mertens:

Das Verhältnis hängt davon ab, welche Kursform es ist. Ein Workshop zum Beispiel hat zum Ziel etwas zu erlernen durch selbertun. Hier brauchst Du am meisten Zeit für den eigentlichen Inhalt zum Ausprobieren.

Das heißt, Du kannst nicht eine Riesenbandbreite an Wissen dazu packen. In der Regel gibt es eine Einführung zum Thema, das Benennen des Kerns, das Ziel des Workshops und den Weg dorthin. Dann wird gemacht.

Für was hat man alles Zeit?

StephanieMertensStephanie Mertens:

Dazu kannst du mit reflektierenden Methoden Zwischenziele sichern und durch das Feedback und weitere Angebote die Sache zunächst rund machen. Im Anschluss kann man Arbeitskreise, Zirkel usw. vorschlagen.

Ein Kurs kann zum Beispiel Ausbildungsanteile beinhalten. Hier muss man aufpassen, besonders im Onlinebereich, dass man unter die Zulassungsvorschriften der ZVU fallen kann. Alles, was Zertifikate zum Ziel hat, Lernerfolgskontrollen beinhaltet, fällt darunter. Der Theorieanteil ist hier entsprechend breiter und tiefer angelegt, und beinhaltet oft auch einen Praxisteil.

Generell kannst Du davon ausgehen: Je mehr Beteiligung und wünschenswerte Einbeziehung von Teilnehmern erfolgt, desto mehr Zeit brauchst Du und umso weniger Inhalte kannst du zeitlich schaffen.

Vielleicht hilft euch auch dieser Artikel von mir ein bisschen weiter, wenn ihr jetzt vielleicht noch eher unspezifische Fragen habt. http://www.dozentin-mertens.de/auf-den-punkt-kommen/

StephanieMertensStephanie Mertens:

Generell biete ich euch die Möglichkeit auf meinem Blog viel Wissenswertes aus der Praxis zu lesen. Dort biete ich auch den Kurs Mein eigener Kurs an, der strukturiert mit allem Drum und Dran einen eigenen Kurs entwickeln oder verbessern hilft.

Demnächst gibt es auch den Online-Workshop „Entwickeln Sie Ihr Charisma“ und in Arbeit ist der Onlinekurs „Ihre persönliche Berufsnavigation“.

Für das Entwickeln einer eigenen Kursidee und noch viel mehr, biete ich auf meiner Seite eine Mastermindgruppe an.

Vielen Dank für eure interessanten Fragen. Ich wünsche euch allen gutes Gelingen mit euren Projekten und bedanke mich bei Cathrina und Christina, dass ich euch hier mit Antworten zur Seite stehen durfte. Alles Liebe!

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