Man with a beard in the pose of a superhero.

Auch Superman braucht manchmal Hilfe

Bei jedem Menschen gibt es diese eine Stelle.

Wenn dort jemand trifft – z. B. mit einer richtig harten Kritik – tut es richtig weh.

Ja, Du kannst sogar daran zugrunde gehen.

Es ist die Stelle an der wir am stärksten und schwächsten gleichzeitig sind.

Und es gibt Menschen, die spüren, ja wittern dies regelrecht… und hauen gnadenlos genau da rein!


Ein superspannendes Thema, zu dem Stefan Merath eine Blogparade gestartet hat:

Wie gehe ich mit Kritik an meiner Arbeit als Unternehmer oder Selbstständiger um?

Weitere Artikel zu diesem spannenden Thema findest Du auf der Startseite der Blogparade.

Stefan Merath ist Unternehmer, Buchautor und Visionär. Sein Buch „Der Weg zum erfolgreichen Unternehmer“ habe ich als Hörbuch durchgearbeitet (und eben nicht nur angehört) und es hat mich und mein Business grundlegend verändert.

Deswegen freue ich mich besonders über die Einladung zu seiner Blogparade! Here we go…


Superman

Du kennst sicherlich Superman.

Superman hat Superkräfte.

Und es gibt nichts was Superman verletzen, schwächen oder umbringen kann, außer… Kryptonit.

Wenn der böse Gegenspieler von Superman es schafft, Kryptonit (eine Art Gestein von Supermans Heimatplanet Krypton) in die Nähe von Superman zu bringen, dann wird Superman geschwächt, verliert seine Superkräfte und im schlimmsten Fall kann er sogar daran sterben.

Können wir an richtig böser Kritik sterben?

In der Regel stirbt niemand im wörtlichen Sinne an harter oder böser Kritik.

Dennoch, ja! Wenn wir nicht aufpassen, dass kann etwas IN UNS sterben.

Nämlich unsere Superkraft.

Was ist Deine Superkraft?

Eine geschätzte Kollegin von mir hat den Begriff der Superkraft in mein Leben gebracht.

Sie fragte mich: Christina, was ist Deine Superkraft?

Puuuh, gar keine so einfache Frage.

Ich soll eine Superkraft haben??? Bin ich etwa Superwoman?

Ich überlegte lange, was denn hinter allem, was in meinem Leben besonders gut funktioniert hat, denn eigentlich steckte?

Welche Energiequelle in mir selbst war so unerschöpflich und so machtvoll, dass alles, was ich aus diesem Antrieb heraus machte, ein Erfolg war?

Und ich fand sie schließlich.

Meine Superkraft ist mein kindliches Vertrauen in das Gute im Menschen.

Die alles vernichtende Email

Eines Tages, es war glaub ich im Februar 2016, saß ich so nichtsahnend vor meinem Rechner und öffnete, wie jeden Tag, mein Emailprogramm.

Und wie jeden Tag waren da Emails mit Werbung (erstmal alle löschen), Emails mit Anfragen (sofort beantworten) und Emails mit Feedbacks zu meinem Newsletter vom Tag vorher (lesen, freuen und sofort bedanken).

Ich öffnete also in freudiger Erwartung eine der Emails mit Feedback.

Und in den nächsten 2 Minuten sackte alles in mir zusammen.

Eine Dame schrieb mir – sinngemäß – dass sie meine Infos und die Tipps, die ich meine Emails und Blogartikel packe, grundsätzlich gut fände.

Oh oh, grundsätzlich… ich halte die Luft an und mache mich auf ein Aber gefasst, aber mit dem was kam, hatte ich nicht gerechnet.

ABER meine kindlich-fröhliche Art zu schreiben… also da könne sie sich als Unternehmerin nicht ernst genommen fühlen.

BÄÄM!

Jetzt liest Du das wahrscheinlich uns sagst: Okaaay, das ist jetzt aber nicht sooo schlimm oder?

Stimmt, für Dich ist das wahrscheinlich nicht so schlimm.

Doch für mich waren in der Email zwei Schlüsselelemente, die mein persönliches Kryptonit sind.

Zwei Ausdrücke in Kombination, die in meinem Kopf genau meine persönliche Superkraft ausschalten.

Ich will es Dir verraten – in der Hoffnung, dass Du es nicht gegen mich verwendest:

Mit einer kindlich-fröhlichen Art kann man kein seriöses Business aufbauen, man wird so nicht ernst genommen und strahlt praktische keinerlei Kompetenz aus!

Den genauen Gründen, warum genau das bei mir so reinhaut, wollen wir jetzt hier nicht auf den Grund gehen (auch wenn ich genau weiß, dass die meisten Coaches unter meinen Lesern es kaum aushalten, genau das nicht zu tun 😉 ).

Viel wichtiger ist ja, dass ich da durch bin. Und viel interessanter ist ja, wie ich es gemacht habe, denn damit kommen wir zum Kern dieser Blogparade.

Kritik und Kritik

Wir wissen, dass es verschiedene Arten von Kritik gibt.

Diejenige, die uns sinnvoll Aspekte unserer Arbeit wiederspiegelt, so dass wir daran arbeiten und wachsen können. Wir nennen das in der Regel „konstruktive Kritik“.

Ich behaupte von mir, ich bin richtig gut darin, konstruktive Kritik anzunehmen.

Diese Eigenschaft macht einen Teil meines Erfolges aus.

Ärgern, Annehmen, Umsetzen.

Klar fühle ich mich im ersten Moment trotzdem oft „angepisst“. Ich höre ja so viel lieber tolles, begeistertes Feedback! Und wie kommt da jetzt jemand auf die Idee, das was ich mache, könnte irgendwie nicht toll sein??? So ein Ar***! 😀

Ich finde diese Reaktion auch ganz ok. Das bin eben auch ich. Von mir überzeugt und fröhlich vor mich hinlebend und dann kommt da so jemand… da kann ich schon mal impulsiv sein.

Nur dann vergehen ein paar Minuten, ich kühle ab, schau es mir nochmal an und denke: Verdammt, da könnte was dran sein. Und dann lache ich über mich selbst und schau, was davon vielleicht wirklich wertvoll für mich ist. Und setze es um.

Destruktive Kritik – oder Dein Kryptonit

Destruktive Kritik muss nicht immer gleich Kryptonit sein.

Wenn mir jemand schreibt: „Die Farbe Deiner Homepage ist hässlich!“ dann ist das nicht nett und es hilft mir auch nicht, aber es trifft mich auch nicht.

Solches Feedback beantworte ich mit einem Lächeln und mit so Worten wie: „Danke für Deine Meinung.“

Doch wenn Kryptonit, also Dich ins Mark treffende Kritik, ins Spiel kommt ist alles anders:

Schmerz, Leiden, Reden, Zurückgeben, Fernhalten

Kryptonit tut weh. (Wenn es nicht weh tut, ist es nicht Dein Kryptonit.)

Es tut weh wie ein Messerstich in den Bauch.

Ich spürte es damals körperlich.

Ich bin erschrocken.

Mir wurde schlecht.

Ich fing an innerlich zu zittern.

Nach einer Weile hab ich Tränen vergossen.

Ich war wie gelähmt und konnte wirklich den ganzen restlichen Tag nichts Vernünftiges mehr tun.

Ich leidete.

Dann holte ich mir Hilfe. Ich rief meine Mentorin an und sagte ihr was passiert war. Und sie holte mich da äußerst professionell heraus.

Anschließend gab ich es zurück.

Ich antwortete nie auf diese Email, aber ich gab es der Verfasserin respektvoll als IHR PERSÖNLICHES THEMA zurück.

Und gerade indem ich NICHT antwortete, hielt ich es von mir fern. (Hätte ich eine Diskussion angefangen, wäre es ja immer wieder zurückgekommen. Hätte ich eine böse Email zurückgeschrieben, hätte ich die Energie nur verstärkt.)

Super-Superkraft

Auch wenn ich Gefahr laufe, an dieser Stelle kitschig zu werden…

Die Super-Superkraft ist die Liebe.

Und die Super-Superkraft hat mir geholfen, meine persönliche Superkraft zu schützen und wieder aufzubauen.

Der obigen Prozess ist ein Ausdruck der Selbstliebe und der Liebe zur Verfasserin dieser Email.

Denn ich bin überzeugt, dass wir Menschen keinen Gefallen tun, wenn wir ihnen ihre eigenen Themen abnehmen und sie als Bürde, oder schlimmer noch, als Kryptonit mit uns herumschleppen.

Das Problem ist, dass wir dann nicht in unserer eigenen Superkraft sind und damit dienen wir der Welt dann nicht so, wie wir es könnten.

Auch Superman braucht Hilfe

Als Superman fast am Ziel war und den Schurken beinahe erledigt hätte, zog dieser seinen Trumpf aus dem Ärmel.

Er holte aus und warf Superman das Kryptonit vor die Füße.

Superman erstarrte augenblicklich und unter großen Schmerzen sank er immer mehr in sich zusammen.

Würde Superman den Kampf doch noch verlieren?

Doch da stürmt völlig unerwartet Lois Lane in den Raum und kickt das Kryptonit von Superman weg.

Sofort kehren seine Superkräfte wieder zurück, er besiegt den bösen Schurken, befördert das Kryptonit irgendwie ins All… und das Drama nimmt ein Happy End.

Braucht Superwoman etwa auch Hilfe?

Diesen Absatz füge ich ein, weil ich weiß, dass viele meine Leser weiblich sind.

Und weil ich auch weiß, dass die ganzen wunderbaren Superwoman, die ich kenne, sich noch schwerer damit tun, um Hilfe zu bitten, wie ihre männlichen Kollegen.

Ich bekenne hiermit:

OHNE HILFE VON ANDEREN HÄTTE ICH ES NICHT GESCHAFFT!

Nicht nur wegen dieser Kryptonit-Email. Da waren unzählige Hürden.

Und im Laufe der Zeit habe ich gelernt, dass es immer, aber wirklich immer, leichter wurde, diese Hürden zu nehmen, wenn ich mich jemandem anvertraut habe und mir aktiv Hilfe geholt habe.

„Ich brauche bitte Hilfe!“ Lernt diesen Satz laut aussprechen, liebe Superwoman da draußen!

Und jetzt…

…lasst uns weiter die Welt retten!

Irgendwer muss das ja tun. Wenn nicht wir (Unternehmer), wer dann?

Alles Liebe
Christina

Meine Leser sagen, dieser Beitrag ist da Wahnsinn!
Deine spontane Reaktion. Dieser Beitrag ist...
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  • da Wahnsinn 

4 thoughts on “Auch Superman braucht manchmal Hilfe

  1. Liebe Christina,

    ich kann Dein Erlebnis sehr gut nachfühlen.

    Und doch gibt es da noch einen Aspekt, den wir oft vergessen, wenn uns eine solche „Kritik“ erreicht, die uns irgendwo tief verletzt: Es ist der wunder Punkt, das fehlende Element des Menschen, der uns geschrieben hat.

    Denn: Was wir anderen Menschen vorwerfen ist oft genau das, was uns selbst fehlt, wo wir ein „Defizit“ in der Ent-wicklung (bewusst auseinandergeschrieben) unserer Persönlichkeit aufweisen.
    Eigentlich sind wir vollständige, ganze, heile, vollkommene Wesen. Vollkommenheit, Ganzheit, das sind Eigenschaften, die letztlich andere Worte für LIEBE sind, denn LIEBE ist das verbindende Element, welches Reichtum, unermessliche Fülle, vollkommenen Selbstausdruck und unbegrenzte Ressourcen (eben durch unsere Verbindung mit dem ganzen Kosmos und der gesamten physischen und nicht–physischen (geistigen) Schöpfung beinhaltet.

    Dieser Mensch, der Dir Deine „kindliche Naivität“ vorwarf, dieser Mensch hat genau an dieser Stelle ein Defiziz. Ihm/ihr wurde gesagt, dass er/sie nicht ernstzunehmen ist, wenn er/sie kindliche Offenheit, Emotionalität, Gefühle, Liebe…. zeigt. Und das ist sein/ihr Lebensprogramm. DU hast diesem Menschen mit Deiner Vollständigkeit auf sein/ihr Defizit hingewiesen, und das tat ihm/ihr auf einer unbewussten Weise weh … und so hat er/sie dieses Defizit auf Dich zurückprojiziert und Dich (möglicherweise unbewusst) „angegriffen“. Du warst Öffner des blinden Flecks im Bewusstsein dieses anderen Menschen.

    Natürlich bedeutet Polarität und Dualität hier, dass auch Du dadurch auf Deine Schattenseiten hingewiesen wurdest. Das Gesetz der Resonanz besagt, dass wir immer etwas anziehen, was ein Thema von uns selbst berührt. Zwei Menschen mit gleichen Themen (einer auf der einen Seite der Polarität – zu „seriös“, kindliche Offenheit unterdrückend, der andere auf der anderen Seite der Polarität – „kindlich offen“) trafen aufeinander. Beides gehört zum selben Thema. Beide Seiten haben ihre Berechtigung in einem jeweils passenden Kontext; daher heißt Vollständigkeit, beide Seiten voll und ganz annehmen, keine davon ablehnen.

    Ich bin sicher, dass Du für Dich selbst in Deinem Ausdruck schon lange die perfekte Balance gefunden hast … auch wenn ab und zu noch Erinnerungen an ein „Nicht-ernstgenommen-werden oder Nicht-wertgeschätzt-werden Deines großen Geschenkes, der kinlichen Offenheit und … LIEBE“ hochpoppen mögen. Also: Liebe Dein großes Geschenk, das Geschenk des Menschen, DER DU BIST!

    Um es nochmals zusammenzufassen: Wenn wir „angegriffen“ werden, steckt darin oft ein versteckter Hilferuf dieser anderen Person. Und wenn wir dies erkennen (wir sind an dieser Stelle nicht zwingend diejenigen, die hier korrigieren oder eingreifen oder helfen sollen), verschwindet das Gefühl des „Angegriffen-Werdens“, und wir bleiben auf der Ebene des Gewahrseins.

    Ich finde Dich und Deine Arbeit wundervoll – sei einfach die, die Du bist!

    Herzlichst

    Martin Heinz

    • Lieber Martin,

      vielen Dank für Deinen wertvollen, ergänzenden Kommentar.

      Den Prozess bzw. das was Du beschreibst, habe ich etwas salopp und in sehr abgekürzter Form im Artikel unter „ich gab es der Verfasserin respektvoll als IHR PERSÖNLICHES THEMA zurück.“ zusammengefasst.

      Ich wollte bewusst nicht den ganzen Prozess in der Tiefe beschreiben, den zum einen wäre das wohl ein kompletter eigener Blogartikel und dieser hier war zudem eh schon lang genug.

      Umso schöner, dass Du es so treffend beschrieben hast. Und ich wusste doch, dass es jemand gibt unter meinen Lesern, der dieser Analyse doch nicht widerstehen kann. 😉

      Alles Liebe
      Christina

  2. Liebe Christina,
    vielen Dank für deine Teilnahme an meiner Blogparade und den spannenden Beitrag. Harte Kritik kann richtig wehtun – auch wenn sie in einer so scheinbar harmlosen Verpackung wie einer Email daherkommt. Du hast nämlich recht, es wird alles anders wenn die Kritik genau ins Mark trifft und zu unserem Kryptonit wird. Genau hier muss ich aufpassen, dass diese Kritik mich nicht meiner Kräfte beraubt. Denn die brauchen wir als Unternehmer – jeden Tag!
    Vielen Dank für deinen Beitrag!

    Liebe Grüße
    Stefan von Unternehmercoach

    • Lieber Stefan,

      danke für Dein Feedback, ich freu mich sehr darüber!
      Ja, in der Tat hält das Unternehmerleben jeden Tag so viele Herausforderungen bereit, dass es sehr ratsam und klug ist, gut auf die eigenen Kräfte zu achten. Ich würde sogar sagen, dass jeder Unternehmer ein Profi in Sachen Selbstfürsorge werden darf, sofern er seinen Erfolg dauerhaft erhalten und genießen will.

      Alles Liebe
      Christina

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