Frei

So frei arbeiten wie ich will?? Bitte bleib realistisch!

oder

Ressourcen im Überfluss – Du musst sie nur finden!

Zuerst mal… WOW! Ich bin wirklich ein wenig überwältigt von dem Feedback auf den Artikel von letzter Woche. DANKE! 🙂

Wer hätte das gedacht? Also natürlich – um bei der Wahrheit zu bleiben – hatte ich das gehofft, so… insgeheim. 😉 Denn diesem Artikel gingen Monate voraus, in denen ich auf der Suche war nach MEINEM Thema. Ich hatte überlegt und gegrübelt, geschrieben, Projekte angestoßen und begleitet, Menschen um mich herum befragt und wieder überlegt. All die Fragen, die ich im letzten Post beschrieben habe, habe ich mir immer und immer wieder selbst gestellt. Ich bin auf Antworten gekommen, hab daran herumgebastelt, einige davon weitergeführt und einige wieder verworfen. Ach was erzähle ich, Du kennst das sicher!

Veränderung und Wachstum passiert eben nicht von heute auf morgen, sondern das alles ist ein Prozess. Als eher (ganz leicht tendenziell) ungeduldige Natur hat mich das schon so den ein oder anderen Nerv gekostet.

Baby boy cartoonUnd dann kam das Baby also letzten Dienstag mit diesem Artikel auf die Welt. Und wie das bei so Babys nunmal ist, fanden sich eine ganze Reihe von Leuten, die sagten: „Oh, wie schön, allerliebst das Kind!“ Und als stolze Mama geht das runter wie Öl. Voller Stolz denkt man sofort, man habe das schönste, beste, tollste, liebste Baby von allen! Wer tatsächlich wahrnimmt, dass das Baby eigentlich noch ziemlich verschrumpelt aussieht und überhaupt eigentlich ja nur eines von vielen ist, ist entweder still, schwindelt netterweise etwas oder kommt erst in 4 Wochen zu Besuch (da sehen die meisten Babys nämlich erst wirklich süß aus). Eine Mama mit ihrem Neugeborenen ist ein bisschen unantastbar!

Glücklicherweise ist das bei einem Blog nicht so. Es gab ein paar kritische Kommentare, für die ich genauso dankbar bin, wie für den großen Zuspruch und die mir sofort sehr deutlich gezeigt haben,

  1. dass ich noch, noch, noch viel eindeutiger werden darf, was meine Message, mein Ziel und meine Arbeit angeht.
  2. dass ich ein sehr brissantes Thema getroffen habe, das unheimlich vielschichtig ist.
  3. dass sich zwar wirklich viele Menschen da draußen mit Marketing beschäftigen (was ich absolut richtig finde!), doch sehr wenige Coaches sich trauen, die Sache von einer anderen Seite anzugehen.

Ein Aspekt des kritischen Feedbacks, von mir frei zusammengefasst, war:

Tolle Fragen, aber in der realen Welt muss man sich dem Kunden anpassen und nicht umgekehrt!

Ist das wirklich so? Gilt es hier „realistisch“ zu bleiben? Ist es vielleicht nur eine neue Modeerscheinung, das sogenannte Lifestylebusiness? Funktioniert das wirklich oder ist es ein Gag, ein Trend, der nur den ganzen hilfesuchenden, überarbeiteten, am Schreibtisch festgeketteten Jungunternehmern mit Bilder vom Laptop am Strand oder auf der Terasse große Hoffnungen macht? Verdienen daran vor allem die Anbieter dieser Webinare, Onlineprogramme und was es sonst so alles dazu gibt?

Ich hatte lange diesen Eindruck. Bis ich sie kennengelernt habe. Und… bis es anfing, bei mir selbst zu funktionieren.

Seit Anfang 2013 baue ich nun die Begabungsakademie in München auf. Ich habe sie gegründet, weil ich nach meiner Babypause (und nachdem ich vorher 10 Jahre lang als freiberufliche Trainerin für andere Unternehmen gearbeitet hatte) meine eigenen Seminare geben wollte. Ab Mai 2013 hatte ich meine eigenen Räume dafür. Jetzt konnte es losgehen! Trainings und Coaching in meinen eigenen Räumen. Ich war bereit! So was von!

Doch es passierte nichts… oder nicht viel. Ein paar Coachings hier und da. Meine angebotenen Seminare wurden nicht gebucht. Die Leute standen NICHT vor meiner Türe Schlange. Ich war tatsächlich überrascht! Und das, obwohl ich regelmäßig auf facebook postete… *lach* Naiv, nicht wahr? Ach, ich glaube, ich bin da gar nicht so alleine…

Was machen die anderen?

Parallel gab es allerdings Menschen, die ebenfalls gerade ihr Business starteten und die schwupsdiwups an mir vorbeizogen. Zwei Beispiele dafür: Marit Alke mit ihrem Blog coachingprodukte-entwickeln.de und Markus Cerenak mit seinem Blog markuscerenak.com. Ich könnte es bei Markus Cerenak nun darauf schieben, dass ich kleine Kinder habe und er nicht (soweit ich weiß), doch bei Marik Alke funktioniert diese Ausrede nicht, denn sie hat selbst Familie. 😉

Daran lag es wohl nicht. Ich began zu lernen. Einen Blog braucht man also! Ich startete meinen ersten Blog – und er floppte. Warum? Weil ich ihn als Marketinginstrument betrachtete und nicht mit vollem Herzen dabei war. Wenn alle einen Blog haben, brauche ich auch einen, so einfach ist das, dachte ich. Stimmt aber nicht. Daher began ich zu überlegen:

Was passt zu mir?

Welche Ressourcen habe ich jetzt gerade zur Verfügung? Was macht mir Spaß? Was passt gerade in mein Leben? Meine Kinder waren noch sehr klein, also war Zeit eigentlich gar nicht mein größtes Gut.

Seminarraum2Eine Ressource, die ich gerade im Überfluss hatte, waren meine wunderschönen Räume. Also begann ich, verschiedene Projekte mit anderen Menschen zusammen dort zu starten. Ich bot „Raum und Struktur“ in der Begabungsakademie an. Struktur deshalb, weil es eine meiner größten Stärken ist, Struktur sowohl zu erkennen, als auch zu geben – ebenfalls eine mir zur Verfügung stehende Ressource also. Und siehe da – es funktionierte. Und NATÜRLICH deshalb, weil ich einen klar definierten Nutzen anbot und ein Problem vieler Trainer löste. Ich will nicht in Frage stellen, dass die Kombination der Ressourcen nicht unbedingt an den Need der Kunden angepasst sein muss.

Doch das Entscheidende für mich war, dass ich damit ein kleines Einkommen nebenher schuf, das mir enormen Druck aus meiner Arbeit als Coach herausnahm! Nach ein paar Monaten lief das Ganze so gut, dass ich – ohne selbst Trainings zu geben oder zu Coachen – die Miete für meine Räume finanziert hatte.

Jetzt bin ich vor kurzem noch einen Schritt weiter gegangen und habe die Organisation für mein Angebot „Raum und Struktur“ outgesourced. Dafür bezahle ich natürlich, doch ich habe nun damit fast keine Arbeit mehr und trotzdem weiterhin ein schönes, kleines Einkommen.

Was habe ich dabei gewonnen?

Ich bin sicherlich, was mein Einkommen angeht, noch nicht am Ziel meiner Träume angelangt. Doch was sich aus dem „Druck herausnehmen“ ergeben hat war,

  1. dass ich nun WIRKLICH Lust bekam, einen Blog zu gestalten – und zwar von Herzen.
  2. dass ich Projekte in der Begabungsakademie mit weniger finanziellem Druck gestalten konnte, die inzwischen wirklich gut laufen.
  3. dass ich als Coach nicht auf Klienten angewiesen bin.
  4. dass Coachen aus dieser Lage heraus superviel Spaß macht & ich mir keinen Kopf darüber mache, wenn ich – wie heute – eine Stunde länger mit meinem Klienten rede als vereinbart.
  5. dass die Coachings mehr werden 😉

Ein entscheidender Aspekt meiner Vorgehensweise war immer der, dass das alles zu meinem Leben mit Mann, 2 Kindern & Pferden passen muss, ohne dass ich nach wenigen Monaten ausgebrannt bin. Und dann natürlich (!) auch zum Kunden, aber eben erst DANN!

Was hast Du nun von alledem?

Natürlich hat nicht jeder Coach nun einen Seminarraum zu vermieten. Das war auch nur ein Beispiel aus MEINEM Leben. Und hätte ich nicht so eine offensichtliche Ressource vor der Nase gehabt, hätte ich eine andere gesucht und angezapft. Ich habe noch ein paar! 😉 GENAU WIE DU!

Selbst ist man oft so im Alltag verstrickt (und auf Marketing und Aquise fokussiert), dass man das gar nicht sieht. Ging mir auch so. Genau dafür brauche auch ich meine Coaches und Mentoren um mich. 🙂

Wenn Du als Coach also schon voll ausgebucht bist, Dein Terminkalender überläuft und Du das richtig toll findest, dann herzlichen Glückwunsch! Dann brauchst Du diesen Blog (wahrscheinlich) nicht.

Willst Du allerdings den Druck aus Deiner Arbeit als Coach raushaben, dann möchte ich Dich gerne inspirieren und begleiten.

Und hier also die Inspiration für heute:

Aus welchen Ressourcen könntest Du Dir ein zusätzliches Einkommen schaffen, das den Druck aus der „Coaching-Sache“ rausnimmt?

Wichtig dabei ist, dass es leicht geht. Es geht darum, Ressourcen zu finden, die Du praktisch schon im Überfluss hast und nur noch nicht nutzt. Also:

Welche Ressourcen hast Du?

  1. Räumlichkeiten (manche Coaches haben Praxisräume, die viel zu lange ungenutzt sind)
  2. Platz/Raum in irgend einer anderen Form, der zusätzlich genutzt werden kann
  3. Wissen, das Du in verschiedener Weise aufbereiten und verkaufen kannst (klassisch: EBook, Seminar, etc.)
  4. Fähigkeiten z.B. ein bestimmtes Problem zu lösen oder etwas herzustellen, etwas zu produzieren
  5. Stärken, Talente, besondere Kenntnisse
  6. Expertenstatus auf einem Gebiet, z.B. aus dem früheren Job oder auch aus einem Hobby
  7. ein besonderes Netzwerk
  8. tolle, wertvolle Kontakte
  9. eine ausgewöhnliche, wertvolle Lebenserfahrung von der anderen profitieren können
  10. oder was Dir sonst noch hierzu einfällt, es gibt sicherlich noch vieles, was mir gerade nicht einfällt

Blockiere Dich selbst hier nicht, indem Du sofort fragst „Was soll ich denn DARAUS machen? Das kauft doch keiner!“ oder die Killeraussage „Ich habe keine Ressourcen oder besonderen Fähigkeiten“. Das stimmt meiner Erfahrung nach nicht. Es geht darum, sich erst einmal bewusst zu machen, welches Potential da ist. Mach Dir das nicht kaputt. Falsche Bescheidenheit hilft Dir an der Stelle auch nicht weiter. Wenn Du noch eine kleine Übung brauchst, um Deine Stärken besser zu erkennen, findest Du sie in diesem Artikel: Deine Identität – Wer bist Du wirklich?

Bis nächste Woche!

Liebe Grüße

Deine Christina

PS: Hast Du noch weitere Ideen für mögliche Ressourcen? Dann teile sie doch mit uns in den Kommentaren!

 

Du willst dranbleiben und erfahren, wie es weitergeht. Dann trage Dich doch gleich hier ein.



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18 thoughts on “So frei arbeiten wie ich will?? Bitte bleib realistisch!

  1. Emanuel

    Hi Christina,

    ich lese Deinen Blog gern, weil er ehrlich ist.

    Bei mir tauchte die Frage auf, was Coaching eigentlich für ein Beruf ist. Bei jedem Arzt (Überbegriff) fragt man nach seiner Spezialisierung. Bei Handwerkern auch. Restaurants leben von ihrer Spezialisierung (ich würde in einer Pizzeria keine Schweinshaxe bestellen) und auch bei Psychologen hilft der Zusatz. Coaches machen sich hingegen oft diese Mühe nicht und erklären ihre Tätigkeit mit dem Überbegriff. Viele sind demnach Berater und Begleiter für schlicht alles. Nur, ich würde mir für meine Karriere nicht von jemandem Hilfe holen, der selber nur eine mäßige bis keine Karriere machte (somit also Firmenstrukturen etc nicht fundiert kennt). Oder der selber nie ein erfolgreiches Business mit Mitarbeitern hatte – wie soll so ein Businesscoach helfen bei Problemen mit Investition, Finanzierung, Mitarbeitern, Produktmarketing, Expansion? Ich würde bei Eheproblemen auch nicht unbedingt zu einem katholischen Priester gehen und mir auch keine Beziehungstips von einem Paartherapeuten holen, der weder verheiratet ist noch in einer Dauerbeziehung lebt. Was macht also der klassische Coach? Auf Probleme seiner Mitmenschen warten, die er per Geld lösen hilft? Eine Aufgabe, die übrigens sehr oft von Freunden etc kostenlos gemacht wird…ist Coaching ein bezahlter Freundschaftsdienst für Leute, die keine interessierten Freunde und mitfühlenden Lebensbegleiter haben?

    Andererseits: ist Coaching eine Freizeitbeschäftigung (also ein Hobby)? Wenn ich Hund, Katze, Maus, Kind, Partner und Haus in Schuss habe, dann darf langsam der Klient kommen? Ab nachmittags um 15.00 Uhr, wenn der Mittagsschlaf rum ist?

    Ich persönlich mag es nicht, wenn ich essen will und das Restaurant ist geschlossen, oder die Sauna ist dreimal pro Woche geschlossen, oder mein Schreibwarengeschäft ist nur 2x pro Woche geöffnet – weil deren Inhaber der Meinung sind, diese Öffnungszeiten passten am besten zu ihrem Lifestyle. Diese Geschäfte haben mich ab da nie wieder gesehen und zudem erzähle ich jedem, der es hören will, warum ich da auch nicht mehr hingehe. Und das soll bei der Arbeit mit Menschen anders sein? Hat jeder Klient wirklich Verständnis dafür, dass er seine Bedürfnisse erst am Lifestyle seines Coaches anpassen muss? Ja, solche Klienten wird es sicher geben. Aber ob das die zahlungskräftigen Multiplikatoren sind glaube ich spontan eher nicht.

    Es geht um die Frage, ob Coaching eine Tätigkeit in freier Zeit ist, wenn der Lifestyle es zulässt oder ob sich jemand tatsächlich einen tragfähigen Beruf mit Ein- und Auskommen darunter vorstellt. Bei letzterem wird er vermutlich dann seine Dienste anbieten (müssen), wenn der Klient es will oder es braucht. Und da ein stressfreies Leben mit eher mehr als weniger Klienten wahrscheinlicher wird, wird ein Coach schlicht viel arbeiten dürfen und zumindest in der Phase der Gründung seine Vorstellung des Lifestyles eher hinten anstellen. Wenn der Laden verlässlich läuft, sieht das andes aus. Dass es andere Beispiele geben mag, sei unbestritten. Ich kenne sie jedoch nicht.

    Übrigens: E-Books und Seminare helfen zur Bezahlung der Miete, aber selten für einen bezahlten Urlaub. Die Ausbildung und Arbeit als Coach ist nicht die Abkürzung zu einem finanziell sorgenfreien Leben. Wer das glaubt, braucht über kurz oder lang selber einen Coach, der Ressourcen-Arbeit mit ihm macht, weil das Geld zum Leben aus anderen Quellen wird kommen müssen als aus dem Coaching.

    Ein Coach ohne fundierte Spezialisierung und ohne „Zuschnitt“ auf sein Klientel ist wie Sand in der Wüste: nichts besonderes. Niemand nimmt in wahr. Da hilft auch das Marketing-Geschrei nichts. Oder wer behauptet wirklich, dass Marketing allein ohne Spezialisierng Kunden bringt? Wie viel Umsatz generiert eine Marketing-Strategie für einen Coach?

    • Hallo Emanuel,

      Du bringst so viel Leidenschaft, Interesse und Engagement in dieses Thema ein… vielleicht solltest Du einen Blog dazu starten? 😉

      Ich danke Dir für Deine Anregungen, Du gibst mir praktisch Stoff für die nächsten 5 Artikel, denn was ich heraushöre aus Deinem Kommentar sind eine Menge Glaubenssätze, die so oder ein wenig anders auch mal bei mir Thema waren.

      Du plädierst immer wieder dafür, dass Coaches eine Spezialisierung brauchen. Ich weiß gar nicht, wann genau ich das bestritten habe. 😉
      Und es ist Dir noch wichtiger, zu betonen, dass sich ein Business nicht nach dem eigenen Lifestyle, sondern nach den Kunden richten muss. Ich sehe hier gar keinen Widerspruch. Du offensichtlich schon, deshalb werde ich das Thema gerne mal in einem anderen Artikel aufgreifen.

      Mit den Beispielen vom Restaurant und dem Schreibwarengeschäft liegst Du sicherlich richtig. Und selbst da kenne ich Gegenbeispiele: im Nachbarort gibt es ein Restaurant (ein Italiener), der ist so gut, dass wir dort nur einen Tisch bestellen können für 2 Stunden. Danach kommt die nächste „Schicht“. Das finde ich persönlich auch nicht gerade sehr toll. Doch anscheinend gibt es genug Leute, die das aufgrund der hervorragenden Qualität gerne in Kauf nehmen. Der Laden ist immer voll. Natürlich hat der Italiener zu normalen Zeiten geöffnet, doch was ich damit sagen will ist, wenn die Qualität herausragend ist, ist es eben doch möglich, eigene Bedingungen durchzusetzen. Dass das dann einigen nicht passt, ist für unseren Italiener völlig ok.

      Ich freue mich über weitere, aufschlussreiche Kommentare von Dir.
      Liebe Grüße
      Christina

      • Emanuel

        Hi Christina,

        der Italiener im Nachbarort kann es sich sicher bereits leisten. Er ist vermutlich kein Neuling in seinem Metier und hat sich offensichtlich bereits einen Namen gemacht. Und ja, die klar definierte und eingeschränkte Qualität steht vermutlich unangefochten im Vordergrund. Es ist der Italiener. Nicht ein bayrisches Misch-Lokal mit zusätzlich asiatischen Spezialitäten.

        Wenn ich bezüglich Coaching Glaubenssätze habe, dann hat das sicher die Mehrzahl der potentiellen Klientel in Deutschland. Ich kenne exzellentes Coaching (sonst würde ich nicht mehrere Unternehmen führen, was nicht alleine zu machen ist), ich kenn die Preise und die Arbeit dahinter. Und ich kenne grottenschlechte Coaches, die sich primär als erstes durch sehr hohes Honorar bemerkbar machen. Ganz nach dem Motto: „hoher Preis, hoher Wert – dass du das gleich weisst, geschätzter Klient“. Das ist in vielen Plattformen bereits neue Mode geworden: trau dir, Geld zu nehmen und mit der Arbeit an persönlichen Glaubenssätzen wird es gelingen. Wir arbeiten nicht an der Steigerung der Qualität im Produkt/Dienstleistung, sondern an den Glaubenssätzen. Üble Entwicklung! Musste Euer guter Italiener auch erst seine Glaubenssätze ändern, oder ist er nur leidenschaftlicher Vertreter guter italienischer Küche mit allem Drum und Dran – wir wissen es nicht. Lehrt uns dieses Beispiel, dass es ohne eine Begeisterung für eine Sache nicht zum Erfolg geht????

        Wie viele andere potentielle Klienten habe aber auch ich ein Preisgefühl: was ist des Preises wert, also preiswert. Billig muss keine Dienstleistung sein. Aber den Preis wert. Und da kommt zwingend die Frage nach der Qualität. Jede gute Ausbildung dauert lange, kostet Geld und persönliche Reifung. durch Beharrlchkeit zeigt sich, wer am Thema dran bleibt oder nur einer netten kurzlebigen Idee verfallen ist. Nicht alles, was teuer ist, ist auch brauchbar. Meine Denkanstösse verteile ich hier gar kostenlos… Es ist aber eine Zeiterscheinung geworden, dass nicht wenige von Anfang an groß einsteigen wollen (nicht nur Coaches). Nicht ein bisschen pillepalle. Sondern groß. Mit dem richtigen Marketing, Internet-Auftritt und Briefpapier, mit den richtigen Seminaren, mit den richtigen Leuten auf dem Foto nebst sich selbst. Tips und Hilfestellung gibt es nur gegen Buchung. Ich halte davon nichts – eine große Show (Facebook ist mittlerweile voll davon) – ich muss aber auch nicht davon leben.

        Gute Coaches entwickeln sich aus einer oder mit einer persönlichen Ressource. Coach-Sein ist das Ergebnis persönlicher/beruflicher Reifung. Und das sind auch die richtig erfolgreichen Coaches. Es steckt ein Werdegang in ihrer Vita. Nicht nur die einjährige Ausbildung und ein Zertifikat in Coaching. Bei dir ist es doch auch so mit dem Werdegang und deinen Vorerfahrungen als Trainerin.

        Der Erfolg eines Coaches kommt nicht selten von seiner Vorbildwirkung, von Authentizität. Er weiss, warum er was sagt und anleitet. Und selber lebt. Glaubenssätze ändern sich am schnellsten, wenn sie von jemandem vorgelebt werden oder das Schicksal die Korrektur erzwingt. Eins von beiden. Sie ändern sich nicht, weil man mal eine Sitzung bei einem zetifizierten Coach bucht (wenn es sein Lifestyle zulässt)

        Nein, einen Blog schreibe ich wohl eher nicht, aber danke für die Anregung – sondern dafür schreibe ich mein 9. und 10. Buch fertig (eboooks und Printausgabe über BoD und in allen online-Märkten zu erwerben – natürlich gegen Geld). Mein Klientel liest eher keine Blogs und potentielle Blog-Leser sind eher nicht mein künftiges Klientel. Das hat ein preiswertes (aber trotzdem sehr teures) Strategie-Coaching ergeben (ist also kein Glaubenssatz).

        Ich gehöre zu denen, die sich mittlerweile Bücherschreiben leisten können, an Orten und zu Zeiten, die ich festlege. Aber ich kenne auch den Werdegang dazu, und Lifestyle war sicher das Letzte, nach dem ich bei meinen Firmengründungen und -Aufbau zuerst gefragt hätte. Und ich bin auch froh, das es damals vor 10 Jahren die Idee des Lifestyles im Business noch nicht gegeben hat – meine Unternehmen würden vermutlich nicht oder nicht mehr existieren.

        Heute helfe ich Existenzgründern kostenlos – sie müssen noch nichtmal den Kaffee beim Gespräch im Bistro bezahlen. Das mache ich deshalb, weil ich selber verdammt gute Lehrer hatte, die es genauso mit mir gemacht haben und damit einen sehr engagierten Vertreter ihrer Methode in mir herangezüchtet haben. Mein Business-Coaching hat aus Erfahrung vermutlich Breite und Tiefe gleichzeitig, aber es hat vor allem Dankbarkeit gegenüber meinen eigenen Coaches, denen ihr eigener Lifestyle damals egal war und die mir somit sehr erfolgreich in die Spur geholfen haben. Das werde ich nicht vergessen und sie atmen förmlich in meinen Unternehmungen. Von diesen Leuten kenn ich trotz Coaching-Schwemme äußerst wenige. Es liegt an der Qualität.

        • Dass Du Existenzgründern kostenlos hilfst finde ich wirklich toll! Ein sehr großzügiges Angebot von Dir.

          Engagiert bist Du in der Tat! Was Du machst, hört sich für mich mehr nach einem Mentor als nach einem Coach an, doch die Wortwahl ist wohl zweitrangig.

          Und ich bin der Meinung, was früher mal so war, kann heute immer noch richtig sein. Doch neue Ideen sind deswegen nicht zwangsläufig falsch.

          LG
          Christina

        • Lieber Emanuel,
          ich find´s toll dass du einige kritische Aspekte zur Coaching-Landschaft hier hereinbringst.

          In der Tat interessiert mich bei einem Coach nicht der tolle Lifestyle und auch nicht die Ausbildung, sondern dessen Erfahrung.

          Wie soll mich jemand beraten, der noch nie erfolgreich selbstständig war???

          Ich frage ja auch keine kinderlose Frau wenn ich Rat zum Thema Schwangerschaft und Geburt brauche.

          Dass du Existenzgründer kostenlos berätst finde ich großartig. Das Gleiche mache ich regelmäßig ebenso. Einfach weil ich mich freue wenn ich anderen weiterhelfen kann und sie von meinem erlebtem Wissen profitieren können. Das macht mich glücklich.
          Ich seh das als eine Art Ehrenamt. In dem Bereich der mir am meisten Freude macht.

          Zur Verfügbarkeit: bis Anfang des Jahres hatte ich eine Boutique, die ich nur an drei Tagen die Woche geöffnet hatte. Für je 5 1/2 Stunden.

          Hat gut funktioniert (natürlich nur wenn du ein Angebot hast das nicht an jeder Ecke zu finden ist). Auf die eigenen Grenzen und Bedürnisse zu achten UND den Kunden bestmöglich zu dienen ist der Schlüssel für ein Business was langfristig Spaß machen soll. Und das steht bei mir im Vordergrund.

          Schöne Grüße, Ines

  2. Hallo Christina,

    erstmal herzlichen Glückwunsch zum erfolgreich gestarteten Blog! Und danke, dass du mich als Vorbild nennst 😉 🙂 Darüber freue ich mich! Übrigens: Mein jüngster Sohn war 2 als mein Business anfing abzuheben, mein älterer 6. Ich glaube, da bist du auch gerade, oder?? 🙂

    Und deinen Ansatz, sich zu fragen, was für Ressourcen vorhanden und relativ leicht nutzbar gemacht werden können, finde ich super! Das ist eine sehr gute Denk-Wendung, die ich meinen Kunden auch mal mitgeben werde.

    Ich bin gespannt, was hier noch so von dir kommt – wir werden uns sicher gut befruchten mit unseren Themen!

    Herzliche Grüße
    Marit

    • Ja Marit, meine Tochter ist 4 und mein Sohn 2 einhalb. 🙂 Es ist manchmal ein ganz schöner Organisationsaufwand und… es geht! Hab mir auch ein tolles Team dazu aufgebaut aus Ehemann, Großeltern, AuPair, Putzfrau und Babysitterin. 🙂

      Ich freu mich sehr, dass Dir mein Ansatz so gut gefällt!
      Liebe Grüße
      Christina

  3. Liebe Christina,

    ich lese Deinen Blog sehr gerne und es ist wirklich fühlbar, dass Du Deine „Hausaufgaben“ gemacht hast und von Herzen schreibst. Dein Ansatz ist klasse und ich freue mich schon auf alle weiteren Tipps, die Du für unsere Zunft noch so inpetto hast 🙂

    Ganz liebe Grüße,
    Sandra

  4. Schöner Artikel Christina!

    Mir ging es anfangs ähnlich, bis mich meine Freunde darauf gestoßen haben, was für tolle Ressourcen eigentlich längst vor meinen Füßen liegen. Ich habe dann mehr Yoga unterrichtet und meinen Blog und das Marketing und alles drum und dran erstmal links liegen lassen, bis ich wieder inspiriert war.

    So ganz ohne Druck war dann auch mein Unterricht viel besser und in nur einer Woche musste ich einen weiteren Kurs aufmachen, weil es so viele Neuanmeldungen gab. Es ist nicht immer leicht, den Mittelweg zwischen was man meint, noch lernen oder tun zu müssen und das anzuerkennen, was längst da ist, um dann damit etwas zu machen.

    Danke für deinen Artikel, schön dass man nicht allein ist 😉

    • Hallo Anja,

      Du triffst es genau auf den Punkt: entscheidend ist, dass der Druck raus geht. Denn dann macht es wieder Spaß und das können die potentiellen Kunden praktisch „riechen“. Und leider eben auch, wenn es nicht so ist. 🙂

      Liebe Grüße
      Christina

  5. Liebe Christina,
    gutes Vorgehen! Ich glaube, wir sind uns recht ähnlich mit unseren Strukturen und unserer Denkweise 🙂
    Mein Tipp, um an neue Einnahmequellen zu kommen: befrage (potentielle) Kunden und löse deren Probleme. Ich verlinke oben mal auf den Beginn einer Artikelserie zum Thema. Vllt hilft das dem ein oder anderen bei der Ideenfindung.
    Liebe Grüße und viel Spaß beim Durchstarten,
    Andrea

  6. Christina, du bist genial! Du bringst mich auf Ideen, das ist ja so cool (sorry, die Sprache musste es sein *grins* )!
    Na klar denke ich da an unser neu gekauftes und renoviertes Bauernhaus / Seminarzentrum mit großem Seminar-Raum (wunderschöner Gewölbe-Saal) und frisch (fast fertig) ausgebauten Möglichkeiten für Unterkünfte. Natürlich ist der Gedanke kein Neuer, auch an andere Trainer zu vermieten, aber das hatte gedanklich bisher für mich keine Priorität. Jetzt sehe ich mir dank deinem Impuls die Sache nochmal aus einem anderen Licht an 🙂
    Alles Liebe & Kusshand,
    Petra

  7. Liebe Christiana,
    ich finde, es großartig, wie du hier in deinem Blog die eigenen Glaubensgrundsätze immer wieder in Frage stellst und dich nicht im Jammern (kleine Kinder etc. .. ) verlierst.
    Das machen – optimistisch wie ich bin – vielleicht 5% der Menschen. Und, wenn diese 5% als Coach, Lehrer, Mentor etc. unterwegs sind, anderen das zu vermitteln, macht es Sinn jeden Morgen mit einem guten Gefühl aufzustehen! –
    Und ja, die Frage nach den eigenen Ressourcen, um den Druck rauszunehmen, ist einfach intelligent.
    Schreib weiter so, wie du bist und nicht anders.

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