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Der Preis ist heiß! Und Du allein entscheidest richtig.

In der facebook Gruppe „Werde sichtbar als Coach“ haben wir in einer interessanten Diskussion gerade wieder einmal festgestellt, dass das Thema „eigene Preise festlegen“ für viele – auch für mich – immer wieder ein Schritt aus der eigenen Komfortzone ist.

Außerdem stellt sich unter Coaches, im Gegensatz zu vielen anderen Branchen, wo das veröffentlichen der Preise ganz selbstverständlich ist, immer wieder die Frage, ob die eigenen Preise für eine Coachingsitzung denn nun für jeden ersichtlich auf der Homepage stehen sollten oder nicht?

Ich stelle fest, dass dies mal wieder ein Unterthema zu meinen Lieblingsthemen Positionierung und Sichtbarkeit ist, denn letztlich gibt es zwar für beide Seiten viele Argumente, am Ende ist das Ganze jedoch ganz simpel eine Antwort auf die Frage danach, wie ich mich als Coach am Markt positionieren will, wen genau ich ansprechen will und wie ich nach außen erscheinen möchte.

Die Frage nach dem eigenen Wert

Bei der Frage nach der Höhe der eigenen Preise kommen wir immer wieder relativ einfach und schnell auf das Thema Selbstwert. Hierzu habe ich schon einmal einen schönen Artikel geschrieben, der hier nachzulesen ist.

Gerade ist dieses Thema auch bei mir wieder aktuell, denn ich mache im September mal wieder so einen Schritt aus meiner Komfortzone und erhöhe meine Live-Coaching-Preise, nachdem sie nun über ein Jahr gleich waren.

Eigentlich steht dieser Schritt schon eine ganze Weile an, doch auch ich darf immer erstmal in die nächste Stufe hineinwachsen. Also ganz klar gesagt, es hat einfach ein Weilchen gedauert, bis ich mich getraut habe. Und das, obwohl das erste „Trauen“ eigentlich nur darin besteht, es mir selbst zuzugestehen. 😉

Doch was so einfach klingt, ist wohl für die meisten der schwerste Schritt und auch gleichzeitig der Wichtigste:

Ich glaube, dass dieser erste Schritt absolut unerlässlich ist, um nach außen hin authentisch zu erscheinen und vor allem, um auch nach außen hin hinter den eigenen Preisen stehen zu können.

Ansonsten passiert es leicht, dass man bereits beim ersten Zweifler (der ohnehin nur aufgrund der eigenen Zweifel im Innen auf der Bildfläche erscheint) ins Schwanken kommt. Was dann sofort passiert, habe ich selbst oft genug erlebt – ich habe begonnen zu argumentieren.

Und das Beste: Oft habe ich begonnen zu argumentieren, bevor noch der andere nach Gründen gefragt hatte. Ich habe meinem Gegenüber einfach meine eigenen Zweifel „übertragen“ und in vorauseilendem Gehorsam brav ganz viele Fragen beantwortet, die überhaupt nie gestellt wurden. 😀

Und natürlich habe ich mich hinterher gewundert, warum der andere, trotz meiner ganzen tollen Argumente, am Ende doch nicht von mir überzeugt war und gebucht hat. Ha ha, einfach genial!

Erst die Positionierung im Innen, dann der Schritt im Außen

Bevor Du also den Schritt ins Außen wagst und Deine (neuen) Preise präsentierst, solltest Du im Innen möglichst klar sein.

Klar darüber:

  • was genau Dein Angebot ist
  • was genau Deine Werte sind
  • wofür genau Du stehst
  • was genau Deinen Kompetenzen sind
  • was genau Dich einzigartig und besonders macht
  • wer Dein Idealer Klient ist und
  • wie Du von ihm gesehen werden willst

Und falls Du Deine Preise erhöhen willst, sollte klar sein:

  • was sich geändert hat, dass sich nun auch Deine Preise ändern anpassen dürfen

Mein nächster, größerer Schritt  – ich bin bereit

Wie schon gesagt, mache ich im September einen deutlichen Schritt vorwärts und das hat im Wesentlichen zwei gute Gründe und einen Nicht-Grund.

Der Nicht-Grund:

– Nein, ich erhöhe meine Preise nicht, weil ich weniger Coachingtermine haben will. Ich finde diese Argumentation, die ich so schon gesehen habe, etwas absurd. Warum sollten die Kunden mehr bezahlen, bloß weil ich weniger Termine will? Kann das wirklich ein Argument sein? Wenn ich weniger Termine will, brauche ich doch nur weniger Aufträge annehmen. 😉

Zwei gute Gründe:

  1. Ich habe mich weiterentwickelt und kann meine Kunden heute noch besser und schneller bei ihrer eindeutigen und einzigartigen Positionierung unterstützen, als noch vor einem Jahr. Ich habe im letzten Jahr extrem viel gelernt und sehr viele Erfahrungen gesammelt. Meine Kompetenz ist es wert.
  2. Ich bin es wert. Meine Zeit, meine Achtsamkeit, meine Hingabe, meine Begeisterung, meine Konzentration, meine fokusierte Energie, meine Kreativität, meine Intuition, meine Ideen, meine Fähigkeit, Struktur und Klarheit zu geben und meine Liebe, mit der ich Menschen in ihre Kraft bringe, das alles ist es wert.

Eine ganze Weile hat es gedauert, bis ich soweit war, das so formulieren zu können.

Ich würde sagen, vor ca. 3-4 Monaten kam das erste Mal das Gefühl in mir auf, dass ich meine Coaching-Preise, also den Wert für meine persönliche Zeit mit meinen Kunden, erhöhen darf und muss. Und Schritt für Schritt, durch viele, verschiedene Erlebnisse und Erfahrungen hat sich diese Erkenntnis in mir gefestigt. Besonders wichtig waren hier die Feedbacks von Kunden und auch viele intensive Gespräche mit Kollegen.

Und – wenn ich ganz ehrlich bin – es gab noch einen Faktor, der mich ermutigt hat, die Entscheidung für eine Preiserhöhung jetzt zu treffen: meine jetzigen Kunden zucken i.d.R. nicht mal mehr ein wenig zusammen, wenn ich meinen Preis nenne. 😀

Das geht doch gar nicht! Wo bleibt denn da der Spaß am Feilschen, Handeln und vorallem, wo bleibt da die Spannung? 😉

Also allerspätenstens an diesem Punkt, nämlich wenn Du Deinen jetzigen Preis mit einem Achselzucken vorbringen kannst und die Kunden fast alle mit einem „ja klar“ antworten, spätestens dann ist der Zeitpunkt für neue Preise gekommen.

Preis gefunden. Und jetzt? Auf die Homepage damit oder nicht?

Ich hatte meine Coachingpreise lange nicht auf meiner Homepage stehen. Und so gut wie niemand hat sich daran gestört. Wer mich sympathisch fand oder für kompetent hielt, der fragte einfach per Email an, bekam eine schöne, persönliche Anwort und fertig. Und alle die nicht anfragten, sollten es eben nicht sein.

Inzwischen habe ich den Preis für mein Persönliches Positionierungscoaching auf der Angebotsseite stehen. Warum damals nicht und jetzt schon? Ehrlich?

Damals nicht. Jetzt schon.

Und ich habe die Erfahrung gemacht, was für mich ok ist (also so richtig ok!), ist auch für meine Kunden ok.

Es ist einzig und alleine abhängig von der Entscheidung, die ich treffe.

Wofür entscheidest Du Dich?

Auch in der Diskussion in der facebook-Gruppe sind wir letztlich auf genau diese Antwort gekommen. Und ich empfand dieses Thema und die Antwort dazu als so wichtig, dass ich es in diesem Blogartikel noch einmal mit meinen eigenen Worten an Dich weitergeben wollte. Danke an Daniela Strube von keep-cool-mama.de für die Inspiration. 🙂

Nun interessiert mich natürlich:

  • Wie bestimmst Du Deine Preise / Deinen Wert?
  • Veröffentlichst Du Deine Preise auf Deiner Homepage?

Ich freu mich auf Deine persönliche Sichtweise in den Kommentaren.

Liebe Grüße
Christina

 

 

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10 thoughts on “Der Preis ist heiß! Und Du allein entscheidest richtig.

  1. Renate Hoffmann-König

    Herzlichen Glückwunsch für Deinen Durchbruch liebe Christina….

    Ja so ist das mit der Transformation – Erst INNEN – Klarheit finden, dann klappt es
    auch im AUSSEN.

    Der Selbstwert braucht schon so manchen Wachstums-Prozeß. :-)))

    Viele Erfolg
    Renate

  2. Danke, Christina, für diesen Artikel und Deine Offenheit.
    Ja, ich habe meinen Preis auf meiner Homepage veröffentlicht, nicht von Anfang an, sondern nach meinem ersten Relaunch. Das heißt,
    ich habe jetzt auch beide Erfahrungen und kann sagen,
    es ist erleichternd, dass der Preis dort steht; denn oftmals informieren sich die Menschen erstmal über die Site, um annonym zu bleiben und ggf. gar nichts weiter zu tun.
    Den Preis kennen sie dann schon und ich habe festgestellt, dass da etwas vorweggenommen ist.
    Denn ich kenne das auch wie von Dir beschrieben, dass ich bei der Nennung des preises gleich noch eine Erklärung hinterherschiebe.
    Jetzt frage ich nur noch, ob mein Stundensatz bekannt ist.
    Ich gehe davon aus, dass die anderen, die den Preis nicht zahlen können oder wollen, sich gar nicht erst melden.
    Das ist doch etwas oder?
    Manchmal geht mir aber schon der Gedanke durch den kopf, dass es Menschen gibt, die meine Beratung dringend brauchen könnten, aber den Preis nicht zahlen können. Und diesen möchte ich eigentlich auch helfen. Aber wie kann das gelingen, wenn ich nicht der Willkür Tür und Tor öffnen will.
    Sehr viel schwieriger als in der Einzelberatung empfinde ich die Preisermittlung für Gruppen. Dabei habe ich das Gefühl, das ist die reine Selbstausbeutung.
    Deshalb müsste eigentlich eine Art Mischkalkulation her. Diese gelingt aber erst, wenn das Geschäft läuft und beide Formen etabliert sind.

    bis zum nächstenmal grüßt herzlich
    Brigitte

    • Hallo Brigitte,

      danke für Dein Feedback.

      Ich coache auch hin und wieder mal Menschen günstiger oder sogar umsonst. Doch das mache ich rein aus meinem Gefühl heraus und natürlich nur in dem Maße, wie ich es mit meiner restlichen Arbeit vereinbaren kann.

      Liebe Grüße
      Christina

  3. Hallo liebe Christina,

    wieder mal ein toller Artikel über ein sehr spannendes Thema, das mich aktuell „zufälligerweise“ auch beschäftigt 😉 Vor Kurzem hatte ich das Gefühl, dass ich meine Dienstleistungen zu günstig verkaufe. Vor 1,5 Jahren habe ich mit 59 €/Stunde angefangen, dann ein Jahr später auf 79 €/Stunde erhöht. Damals habe ich mich am damalig üblichen Stundensatz für eine Farb- und Stilberaterin orientiert.

    Inzwischen bin ich mich mehr als eine Farb- und Stilberaterin: Mutmacherin, Coach, Bloggerin und Autorin. Besonders im letzten halben Jahr gabe es einen richtigen „Boost“, was die persönliche/berufliche Weiterentwicklung anbelangt: durch die praktische Erfahrung kann ich meinen Kundinnen nun viel schneller und richtiger den Weg zu ihrer inneren und äußeren Schönheit zeigen und durch die Ausbildung zum NLP Practitioner kann ich die Persönlichkeit meiner Kundinnen noch viel besser wahrnehmen.

    Von daher werden die Preise bald guten Gewissens angehoben 🙂

    Zum Thema Sichtbarkeit der Preise: Die habe ich von Anfang an offen auf meiner Website angegeben. Dadurch hatte ich nie irgendwelche „Preisverhandlungen“ oder Ähnliches am Telefon, da alle die angerufen hatten schon wussten, was Sache ist.

    Daher bleibe ich auch weiterhin dabei 😉

    Liebe Grüße und dir weiterhin viel Erfolg bei allem was du tust,
    Melanie

  4. Liebe Christina

    Cooler Artikel und Argumentation. Der Preis hat für mich auch etwas mit positives Bestätigung zu tun.
    Ich bewege mich in einem Umfeld, in dem der Preis oft ein Thema ist… …am Anfang. 😉

    Freunden habe ich für Seminare auch schon Spezialpreise angeboten. Sportlern mit begrenzten Möglichkeit machte ich das Angebot einen Teil jetzt, den Rest später / in Raten zu bezahlen. Das funktionierte immer. Hinterher wurde der Preis nicht als zu hoch empfunden.

    Was heisst das für mich? Ich verkaufe meinen Nutzen noch nicht gut genug.

    Die Lernwerkstatt hat in ihrer Toolbox einen guten Honorarkalkulator. Bin nicht sicher, ob dies 1:1 auf Deutschland übertragen werden kann. Als Grundlage sollte es jedoch passen.

    Lieber Gruss

    Martin
    http://www.lernwerkstatt.ch/toolbox/honorarkalkulator-trainer/

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